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Geschrieben von: WHV-Webteam
Montag, den 12. Februar 2007 um 03:00 Uhr
Zum zweiten Mal haben die Bundesliga-Handballer
des Wilhelmshavener HV die Chance, ein Teil des größten Handball-Fests in
Deutschland zu werden. Ihnen fehlt noch ein Sieg, dann stehen sie in der Runde
der letzten vier des Pokal-Wettbewerbs. Diese Mannschaften treffen sich am 14.
und 15. April in der seit langem ausverkauften Hamburger Color Line Arena, um
vor 12.500 Zuschauern den Sieger zu ermitteln. Das Hindernis, das der WHV auf
dem Weg nach Hamburg überwinden muss, ist allerdings sehr hoch. Am Mittwoch, 14.
Februar, 20.00 Uhr, empfängt er den deutschen Vizemeister und Tabellenführer der
Bundesliga, die SG Flensburg-Handewitt, in der Nordfrost-Arena an der
Friedenstraße in Wilhelmshaven.
Drei Jahre und vier Tage wird es am Mittwoch her sein, dass der WHV zum letzten
Mal im Pokal-Viertelfinale stand. Am 10. Februar 2004 verlor er in einer
packenden Partie mit 25:30 (12:14) gegen den HSV Hamburg, zu dieser Zeit Fünfter
in der Bundesliga. "Damals waren wir einfach noch nicht so weit, das Final-Four
zu erreichen", erinnert sich WHV-Trainer Michael Biegler.
Doch die Zeiten
haben sich geändert. "Wir wären eine Bereicherung für die Spiele im April in
Hamburg", sagt Biegler vor dem Vergleich mit dem Pokalsieger von 2003, 2004 und
2005 im Viertelfinale. Dass die Flensburger als klarer Favorit in die Begegnung
gehen, ist für den WHV-Trainer trotzdem keine Frage. Die Rollenverteilung steht
fest: "Wir sind die Kleinen, die sich freuen, eine der besten Mannschaften
Europas empfangen zu dürfen", bestätigt Biegler. Seine Spieler dürften aber als
selbstbewusste Außenseiter in die Partie gehen. "Wir waren schließlich in der
Hinrunde in unserer Halle mehrfach sehr nahe dran, gegen einen der Großen zu
punkten", erklärt Biegler. Der VfL Gummersbach (35:37), die HSG Nordhorn
(30:31), der deutsche Rekordmeister THW Kiel (32:34) und der SC Magdeburg
(29:33) waren in der Nordfrost-Arena, in der 2.450 begeisterte Fans regelmäßig
für grandiose Stimmung sorgen, in Schwierigkeiten geraten. Auf kräftigen
Rückenwind von den Tribünen setzt Biegler auch am Mittwoch. "Nur mit Hilfe
unserer Fans können wir diese Aufgabe lösen", sagt er.
Es war aber längst
nicht nur die Atmosphäre in der Halle, die dazu führte, dass sich zum einen
einige der Spitzenteams gegen den WHV schwer taten und zum anderen alle im
Rennen um den Klassenerhalt wichtigen Heimspiele gewonnen wurden. Dazu trug
natürlich auch die Leistungsstärke des WHV-Teams bei. Es hat sich inzwischen
eine spielerische Klasse erarbeitet, mit der es auch das Heimspiel gegen den TV
Großwallstadt (25:23) sowie die Partien bei der HSG Wetzlar, beim TuS N-Lübbecke
und bei Eintracht Hildesheim gewann. Tabellenplatz elf - nach 19 Spieltagen -
und ein respektabler Vorsprung auf die Abstiegsplätze sind der verdiente Lohn.
Die Wilhelmshavener überzeugen in dieser Saison mit ihrer mannschaftlichen
Geschlossenheit, die die Grundlage für eine attraktive Spielweise ist.
Spielmacher und Kapitän Oliver Köhrmann dirigiert eine Offensive, die darauf
setzt, mit schnellen Kombinationen zu Torchancen zu kommen. Dies ist dann auch
der Grund dafür, dass Biegler der Meinung ist, dass der WHV beim Treffen der
letzten vier im DHB-Pokal eigene Akzente setzen könnte. "Wir präsentieren eine
weitere Art, Handball zu spielen", sagt er. "Es gibt Mannschaften, die
gradlinigen Tempohandball spielen, und Teams, die vor allem auf individuelle
Klasse setzen. Wir bauen auf das Mannschaftsspiel, damit könnten wir meiner
Meinung nach das Final-Four bereichern."
Das Pokalspiel am Mittwoch prägte
schon die letzten Tage der Vorbereitung auf die Fortsetzung der Saison nach der
Pause für die Weltmeisterschaft, an der auch die WHV-Spieler Renato Rui (Platz
19 mit Brasilien), David Katzirz (Platz 9 mit Ungarn) und Torwart Adam Weiner
(Vizeweltmeister mit Polen) teilnahmen. "Wir haben auch schon für Mittwoch
gearbeitet, als wir uns auf die Partie beim VfL Gummersbach eingestellt haben",
gab Biegler zu. Dass der Auftritt beim Bundesliga-Dritten am Freitag aber mit
einem 26:39 endete, stört ihn gewaltig. "Wir haben nicht dort angeknüpft, wo wir
im Dezember aufgehört haben", sagt er. "Es war klar, dass uns Spielpraxis fehlt,
deshalb war dies eine Partie, die auch noch zur Vorbereitung zu zählen war."
Dennoch sei es das Ziel gewesen, das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. "Das ist
uns allerdings nicht gelungen. Der VfL hat uns von Anfang an klar gemacht, dass
er uns ernst nimmt. Er hat mit seiner besten Aufstellung begonnen, nie locker
gelassen und uns später zerpflückt", sagt Biegler. "Vielleicht war es ja
heilsam, dass wir so eine Abfuhr bekommen haben. Jetzt wissen wir, wo
Schwachstellen sind." Um diese zu beseitigen, begann die Aufbereitung der
Niederlage direkt nach dem Schlusspfiff. "Wir müssen die Zeit, die wir noch
haben, optimal nutzen", sagt Biegler. Schließlich will sich der WHV am Mittwoch
unbedingt wieder so stark und kämpferisch präsentieren wie am Ende des ersten
Saisonteils, um zu beweisen, dass er verdient im Pokal-Viertelfinale steht, und
um zumindest in Reichweite des Halbfinales zu kommen. Der Trainer und seine
Spieler brennen jedenfalls darauf, genau das und vielleicht sogar mehr zu
erreichen. "Wir sind heiß auf den Einzug ins Final-Four", bestätigt Biegler,
denn wie selten sich die Chance bietet, dorthin zu kommen, wissen die
Wilhelmshavener genau. Sie haben drei Jahre und vier Tage auf eine weitere
gewartet.
Karten für den Pokalhit gibt es noch an den bekannten
Vorverkaufsstellen, über die WHV-Homepage oder in der WHV-Geschäftsstelle in der
Nordseepassage.
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 02. Juli 2008 um 09:16 Uhr
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