Mit 41:29 (20:13) Sieg in die WM-Pause

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Mit einem 41:29 (20:13) Sieg vor 2450 Zuschauern (ausverkauft) in der Nordfrost-Arena gegen den TuS N-Lübbecke geht der Wilhelmshavener HV gefestigt mit 16 Plusspunkten in die WM-Pause. Die Mannschaft um WHV-Kapitän Oliver Köhrmann zeigte eine grandiose Leistung.

An diesem Handballabend passte eigentlich alles. Zunächst einmal die Schlagzeile auf der Sportseite der Wilhelmshavener Zeitung, dass dieses Spiel ausverkauft ist und das Vorhaben, nach dem Spiel eine Jahresabschlussparty mit Spielern ud Fans zu veranstalten. Dann gewannen die WHV-Fans mit tatkräftiger Unterstützung einiger E- und D-Jugendlicher ihr Spiel gegen die TuS-Fans mit 37:24. Und wer nun abergläubisch meinte, die Großen würden ein umgekehrtes Ergebnis erzielen, sah sich getäuscht.
Mit einer tollen Leistung von der ersten Spielminute an liessen Olli und Co überhaupt keinen Zweifel daran aufkommen, wer der Herr im Hause ist. Über sechs Minuten benötigten die Gäste gegen die konzentrierte WHV-Abwehr und einen in der Anfangsphase starken Adam Weiner, bevor sie durch Alois Mraz zu ihrem ersten Treffer kamen. Mittlerweile hatten sich bereits Bostjan Hribar, Ex-Lübbecker Tobias Schröder und Olli Köhrmann in die Trefferliste eingetragen. Und es ging munter weiter in Richtung Gästetor. Bis zur zwölften Minute war die Trefferliste des WHV um die Namen von Manuel Liniger, Renato Rui und Frank Habbe zum 7:2 ergänzt worden. Erinnerungen an das Hinspiel, wo der WHV einen ähnlich furiosen Start hinlegte, wurden wach.

Jens Pfänder, zu diesem Zeitpunkt schon sichtlich unzufrieden mit seinem Team, zog die Notbremse und warf die grüne Karte auf den Zeitnehmertisch. Doch diese Ansprache half wenig. Der WHV hielt die Hand fest am Ruder und erhöhte den Spielstand auf 12:5. Erst jetzt schlichen sich ein paar kleine Unkonzentriertheiten in der Abwehr ein, der TuS konnte in der 21. Minute eine kleine Drangphase entwickeln und verkürzte auf 13:8. Nun war es an Michael Biegler, ein Team-Timeout zu ordern. Diese kleine schöpferische Pause tat gut. Der WHV erhöhte jetzt wieder die Schlagzahl und brachte mit hohem Tempo seine erste und zweite Welle erfolgreich durch. Dabei konnten sich die Gäste niemals auf den einen oder anderen WHV-Angreifer so richtig konzentrieren, denn Wilhelmshaven gab diesmal eine Breitseite nach der anderen. Bis zum Halbzeitpfiff beim Stande von 20:13 hatten alle acht WHV-Angreifer wenigstens einmal getroffen, der TuS hatte mit Alois Mraz, Branko Kokir und Rolf Herrmann nur wenig zu bieten. Ganz blass in der ersten Halbzeit blieb Lübbeckes Stian Tönnesen und kaum richtig parat die beiden Torhüter Gudmundsson und Friedrich.

Die Frage aller Fragen nach Wiederanpfiff war natürlich, ob der WHV weiterhin sein Spiel so grandios durchbringen könne oder obe ein anderer TuS aus der Kabine kommt und den Gastgebern nunmehr das Leben schwer machen würde. Aber es blieb alles wie gehabt. Der WHV schraubte zunächst am Ergebnis, der TuS schaute zu. Mit dem 23:13 in der 34. Minute nahm Jan-Hendrik Behrends die erste größere Hürde im Torreigen. Jetzt erst stellten die Lübbecker ihre Deckung immer offensiver auf bis fast zur 1:1 Manndeckung um und schienen damit sogar ein wenig Erfolg zu haben. Der WHV-Angriff kam ein zweites Mal in dieser Partie etwas ins Stottern, lediglich zwei Tore gelangen in den folgenden sechs Minuten. Zwischenzeitlich erhielt Kristjan Ljubanovic mit seiner dritten Zeitstrafe die rote Karte vom überaus korrekt pfeiffenden Schiedsrichterteam Biaesch/Sattler.
Dieses Stottern des WHV-Motors erwies sich dann aber wohl doch eher als das berühmte Luftloch im Turbo, denn danach ging es wieder so richtig zur Sache. In der 42. Minute erneut die Zehn-Tore-Führung für den WHV zum 28:18, wieder eine Auszeit auf Gästeseite und wieder blieb alles wie gehabt. Frank Habbe, wegen der Hinausstellung von Ljubanovic nun ständig auf der Platte, kämpfte sich regelrecht ins Spiel und fand den Anschluss ins Team. Seine kraftvollen Aktionen am Kreis ebenfalls äusserst effektiv, entweder er traf oder es gab Siebenmeter. Leise Erinnerungen an Allan Rasmussen wurden wach. In der 50. Minute konnte er dass 33:22 erzielen, erstmals eine Führung von mehr als zehn Toren. Ab jetzt durfte gefeiert werden. Michael Biegler konnte seine angeschlagenen Spieler etwas schonen und beorderte zunehmend die Bank auf's Spielfeld, Milos Puters stand schon länger zwischen den Pfosten. Indes an der Leistung tat dies keinen Abbruch. Daniel Katzirz vertrat Tobias Schröder beim Torewerfen ebenso wie Christian Köhrmann anstelle von Manuel Liniger nochmal so richtig durch die Lübbecker Reihen wirbelte und traf. Am Ende ging es für die Zuschauer nur noch darum, ob der WHV erstmalig in seiner Erstligazugehörigkeit die Vierzig-Tore-Marke knackt. Dieser Ehrgeiz übertrug sich sichtlich auf eben jenen Christian Köhrmann, der mit seinen beiden Treffern das 39:27 und dann das 40:27 markierte. Die Gäste, bei denen vor allem Stian Tönnesen und Sandu Florinin Iacob der zweiten Halbzeit zwar noch zu ihren Treffern kamen, hatten mittlerweile fast jede Gegenwehr aufgegeben. Gästetorhüter Torsten Friedrich legte sich stattdessen mit einem verbalen Schlagabtausch an der Seitenauslinie mit WHV-Trainer Michael Biegler an, aber nutzbringend war dies auch nicht mehr. Die La Ola wogte bereits zum wiederholten Male durch die Halle, der NORDFROST-Chor stimmte seine Lieblingslieder an und erlebte einen tollen und verdienten 41:29 - Sieg des WHV mit historischen Momenten. Es war der höchste Sieg mit den meisten Toren des Wilhelmshavener HV in der ersten Liga und mit Ausnahme der Torhüter, hatten alle WHV-Spieler mindestens einmal getroffen.

Damit war der richtige Schlusspunkt unter ein turbulentes Handballjahr 2006 und einen erfolgreichen Dezember gesetzt. Die Jahresabschlussparty, mit der sich der Wilhelmshavener HV bei seinen Fans für die bisherige, tolle Unterstützung bedanken wollte und die mit einem großen Freudentanz der WHV-Spieler auf der Platte eröffnet wurde, konnte jetzt so richtig weitergehen.

Wilhelmshavener HV – TuS N-Lübbecke 41:29 (20:13)

Wilhelmshavener HV
Weiner (1. bis 44. - 11 Paraden), Putera (7/1 P.); Ljubanovic 1, Hribar 4/1, Liniger 6/2, Gylfason 6, Habbe 4, Schröder 5/1, Bedzdikowski 2, Behrends 2, Rui 3, Christian Köhrmann 2, Oliver Köhrmann 5, Katzirz 1

TuS N-Lübbecke
Gudmundsson (1. bis 22. und ab 45. - 7/1 Paraden), Friedrich (6 P.); Fölser 1, Szymanski, Greiner, Kokir 2, Sudzum 2, Mraz 5, Tønnesen 7/2, Hermann 6, Hartmann 1, Blecic, Olafsson 3, Iacob 2

Strafzeiten: WHV 10 Min. (Ljubanovic (5./15./37.), Hribar, Katzirz (60.)) / TUS 12 Min. (Greiner (16./21.), Olafsson (26.), Mraz (37.), Szymmanski (52.))

Rote Karte: Ljubanovic nach 3 Zeitstrafen (38.)

Zuschauer: 2450 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Christopher Biaesch & Frank Sattler (Bad Soden/Oberursel)

Siebenmeter: WHV 5-4 (Gudmundsson hält gegen Hribar) / TUS 3-2 (Tönnesen scheitert an Putera)

Spielfilm:
3:0, 3:1 (7.), 4:1, 4:2, 7:2 (12.), 7:3, 8:3, 8:4, 9:4, 9:5, 12:5, 12:6, 13:6, 13:8 (21.), 15:8, 15:9, 16:9, 16:10, 17:10, 17:11, 19:11, 19:12, 20:12, 20:13 —- 23:13 (34.), 23:15, 24:15, 24:16, 25:16, 25:17, 26:17, 26:18, 28:18 (42.), 29:18, 29:20, 29:21, 30:21, 31:21, 31:22, 34:22 (51.), 34:23, 36:23 (53.), 36:25, 37:25, 37:26,


 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 02. Juli 2008 um 09:16 Uhr  

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