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Die Enttäuschung bei den Spielern des Wilhelmshavener HV und den knapp 2000 Zuschauern in der NORDFROST-Arena über das 30:31 war deutlich fühlbar. Zu sehr hatte der WHV das Spiel über weite Strecken bestimmt und sah sich am Ende um die Früchte seiner Leistung gebracht. Ein Punkt aus dieser spannenden Begegnung wäre mehr als verdient gewesen. Michael Biegler hatte sein Team bestens auf die HSG Nordhorn eingestellt, das die Gäste von Beginn an unter Druck setzte und versuchte, dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken. Mit einer leicht veränderten Startaufstellung, Renato Rui auf der Rechtsaussenposition und Jendrik Meyer im Tor, gelang ein vorzüglicher Start. Hellwach ging der WHV ins Spiel und gleich der erste Angriff der HSG konnte abgewehrt werden. Im Gegenzug erzielte Bostjan Hribar das 1:0 für die Hausherren. Das Signal zum Angriff in Deckung und Sturm war gegeben und Nordhorn hatte alle Mühen, überhaupt ins Spiel zu kommen. Folgerichtig stand es nach 8 Minuten schon 8:3, weil beim WHV vorne alles gelang und Jendrik Meyer im Tor glänzend parierte und Nordhorns Angriff sich an dem jungen Torhüter lange Zeit die Zähne ausbiss. Allein an ihm lässt sich am Ende ablesen, wie schwer es für die favorisierten Nordhorner überhaupt war, Tritt zu fassen. 18 Paraden, darunter zwei gehaltene Siebenmeter, konnte Jendrik Meyer für sich verbuchen und war damit, ohne die Leistung seiner Mitspieler schmälern zu wollen, der WHV-Spieler des Abends.
Ola Lindgren indes ahnte Schlimmes und so warf er schon nach eben diesen acht gespielten Minuten die grüne Karte auf den Zeitnehmertisch; Peter Gentzel wurde anstelle von Jesper Larsson ins Tor beordert. Damit hatte der Nordhorner Trainer scheinbar alles richtig gemacht, denn nach weiteren acht Minuten hatte sein Team den Rückstand immerhin auf 9:7 verkürzt. Doch der WHV zeigte sich davon unbeeindruckt; Olli Köhrmann, der einmal mehr herausragend Regie führte, trieb seine Mitspieler an und erzielte selbst das 13:7. Mit einem solchen Vorsprung hatte wohl niemand gerechnet und auch bei Nordhorns Peter Gentzel vermehrten sich die Anzeichen, dass er genug hatte und am liebsten wieder auf der Bank Platz nehmen wollte, als sich vom WHV-Angriff abschiessen zu lassen. In einer temporeichen Schlussphase der ersten Halbzeit konnte der WHV zwar diesen Vorsprung nicht halten, verteidigte aber immerhin ein hochverdientes 16:13 vor dem Gang in die Kabinen.
Nach dem Wiederanpfiff sahen die Zuschauer dann eine besser abgestimmte Gästemannschaft, die durch zwei schnelle Tore von Holger Glandorf und Jan Filip auf 16:15 herankamen.
Diesmal zog Michael Biegler früh die Notbremse und nahm eine Auszeit. Diese half zunächst wenig, Nordhorn gelang es jetzt besser, kämpferische Akzente zu setzen und konnte nach dem 1:1 in der dritten Minute wieder ausgleichen. 17:17 hiess es nach 36 gespielten Minuten. Michael Bielger reagierte erneut und stellte Jan-Hendrik Behrends für Bostjan Hribar, der sich in der Nordhorner Abwehr zu sehr verbissen hatte, auf 's Spielfeld. Mit Erfolg, wie sich zeigte, denn schon bald führte der WHV wieder mit drei Toren und machte erneut deutlich, dass es am heutigen Abend nichts zu verschenken gab.
Doch dann kam die 44. Minute, in der Jadzek Bedzikowski und Renato Rui beim Stande von 23:20 quasi gleichzeitig für zwei Minuten von den gut leitenden Schiedsrichtern Damian/Wenz auf die Bank geschickt wurden. Damit war die WHV-Deckung zu sehr geschwächt, um sich den Nordhorner Angriffen zu erwehren. Insbesondere Holger Glandorf ergriff die Chance und brachte sein Team erstmalig mit drei Treffern in Folge zum 23:25 in Führung.
Jetzt wurde es schwer für den WHV, dran zu bleiben. Doch mit einer aufopferungsvollen Leistung gelang dies weitestgehend. Zweimal konnte Tobias Schröder für sein Team zum 29:29 und zum 30:30 ausgleichen. Doch die 30:13 Führung der Gäste kurz vor Spielende konnte nicht mehr egalisiert werden.
So war es nur verständlich, dass die Spieler des WHV sich am Ende doch arg enttäuscht zeigten und auch die Zuschauer überzeugt waren, dass zumindest eine Punkteteilung mehr als gerecht gewesen wäre.

Wilhelmshavener HV
Weiner (n.e.), Putera( n.e), Meyer (19 Paraden); Ljubanovic 1, Hribar 4, Liniger 3/2, Gylfason, Habbe, Schröder 3, Bedzikowski 4, Katzirz, Behrends 4, Rui 4, C. Köhrmann, O. Köhrmann 7
HSG Nordhorn
Gentzel (13 Paraden), Larsson (n.e.); Verjans, Lund 3, Schepers, Myrhol 2, Mičkal 1, Filip 5/1, Glandorf 12/3, Kubes 5, Przybecki 3, Stojkovic, Bult
Strafzeiten: WHV 10 Min. (Ljubanovic, Bedzikowski, Rui 2x, O.Köhrmann)/ HSG 8 Min. (Lund, Kubes 2x, Przybecki)
Schiedsrichter: Damian / Wenz
Zuschauer: 1800
Spielfilm:
1:0 (2.), 2:1 (3.), 3:2 (5.), 5:3 (7.), 7:3 (9.), 8:4 (11.), 8:5 (12.), 8:6 (14.), 9:6 (15.), 10:7 (18.), 13:7 (20.), 13:9 (23.), 14:10 (25.), 14:11 (27.), 16:13 (HZ), 16:15 (32.), 17:15 (33.), 17:16 (35.), 17:17 (37.), 20:17 (40.), 23:20 (44.), 23:22 (45.), 23:24 (49.), 23:25 (51.), 24:25 (51.), 24:26 (52.), 25:26 (53.), 26:27 (54.), 27:28 (55.), 28:29 (56.), 29:29 (57.), 29:30 (58.), 30:30 (58.), 30:31 (59.), 30:31 (EN)

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 02. Juli 2008 um 10:33 Uhr  

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