WHV verliert gegen clever spielenden TBV Lemgo mit 25:30



Geschrieben von: WHV-Webteam
Samstag, den 15. März 2008 um 03:00 Uhr
Am heutigen Nachmittag hatte der Wilhelmshavener HV mit dem TBV Lemgo den aktuellen Tabellensiebten der Handball-Bundesliga in der Nordfrost Arena zu Gast. Am Ende musste man gegen clevere und individuell starke Lemgoer eine 25:30 Niederlage hinnehmen, wodurch der WHV auf den letzten Tabellenplatz rutschte. Zwar ist das rettende Ufer in Form des 15.Platzes nur zwei Punkte entfernt, jedoch wird es für den WHV in den noch ausstehenden acht Spielen ein schwerer Weg in Richtung Klassenerhalt.
In die heutige Begegnung ging der WHV mit der gewohnten Stammsieben, in der neben den ex-Lemgoern Michael Binder und Sven-Sören Christophersen, Renato Rui, Gylfi Gylfason, Kristijan Ljubanovic, Christian Köhrmann und Adam Weiner im Tor begannen. In der Abwehr wechselten sich zudem Renato Rui mit Rico Bonath und Michael Binder mit dem wieder genesenen Tobias Schröder ab. Dem gegenüber stellten sich auf Seiten der Lemgoer Jörg Lützelberger, Rolf Hermann, Logi Geirsson, Lasse Boesen, Florian Kehrmann und Daniel Stephan. Im Tor begann der starke Carsten Lichtlein. Auch der TBV wechselte zwischen Angriff und Abwehr zwei Spieler, so dass sich in der Folge Jörg Lützelberger mit Lars Kaufmann und Lasse Boesen mit Michael Hegemann abwechselten.
In den ersten 5 Minuten entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, in dem der TBV den besseren Start erwischte. So ging man nach 46 Sekunden durch Florian Kehrmann erstmals mit 0:1 in Führung, die jedoch postwendend durch Sven-Sören Christophersen zum 1:1 ausgeglichen wurde (2:06). In der 4.Minute glich der WHV wiederum zum 2:2 aus, was nicht nur der letzte Ausgleich der Partie war, sondern zudem sollte für alle WHV- Fans wieder ein weiteres Kapitel in der nicht enden wollenden Verletzungsmisere geschrieben werden. So verletzte sich nämlich in dieser Situation Kristijan Ljubanovic am Knie, so dass dem WHV ein weiterer wichtiger Spieler für den Rest des Spieles fehlen sollte, obwohl „Lubo“ noch mal zurück in die Partie kam, aber das Knie dann doch nicht hielt. Zwischen der 5.-9. Minute erspielte sich dann der TBV erstmals eine drei Tore Führung, welche sich anhand zweier Faktoren erklären lässt. So fand zum einen der WHV gegen die kompakte 6:0 Abwehr kaum Lücken und produzierte zudem Fehler, die Lemgo zu nutzen wusste. Zum anderen zeigte sich in dieser Phase die Klasse des Lemgoer Rückraums vor allem in Person von Lasse Boesen, der mit seinen leichten Toren die Führung der Lemgoer erzielte. Jedoch kämpfte der WHV verbissen um jedes Tor und sollte in den folgenden Minuten wieder bis auf ein Tor (6:7 13.Minute bzw. 8:9 17.Minute) herankommen. Jedoch war es unserem Team nicht möglich, noch näher an den TBV heranzukommen, was wiederum an der starken Abwehr des TBV als auch an den nach wie vor vorhandenen Fehlern im WHV- Angriffsspiel lag. So erspielte sich der TBV wieder eine drei Tore Führung, die man seinerseits ebenfalls auch aufgrund von technischen Fehlern und Fehlwürfen nicht weiter ausbaute. So ging Lemgo schließlich mit einer 12:15 Halbzeitführung in die Kabine.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit fiel dann die erste Vorentscheidung in der Partie zu Gunsten des TBV. So erwischten die Lemgoer den besseren Start in die zweite Halbzeit und nutzten die weiterhin vorhandenen Fehler im WHV- Angriffsspiel eiskalt aus. Mit leichten Toren aus dem Rückraum und Tempogegenstößen zog Lemgo zwischen der 31.Minute bis 36.Minute von 13:16 auf 14:19 davon. Jedoch kämpfte der WHV nach wie vor um den Anschluss, was auch zum Teil gelang. So kam man bis zur 40.Minute nach einem Treffer von Gylfi Gylfason wieder bis auf drei Tore heran (17:20). Jedoch fiel in den nun folgenden 10 Minuten die endgültige Entscheidung in der Partie, da dem WHV in dieser Schwächephase kein Tor gelingen sollte. Vielmehr produzierte der WHV reihenweise Fehlwürfe und technische Fehler, woran auch die Hereinnahme von Tobias Schröder im Angriff nichts ändern sollte. Der TBV hingegen bestrafte wiederum diese Fehler mit leichten Toren aus dem Rückraum und von Außen, so dass man schließlich von 18:21 auf 18:26 davon zog. Damit war die Partie entschieden, so dass Lemgo in den letzten neun Minuten etwas nachlässiger wurde, wodurch der WHV noch bis auf fünf Tore heran kam, so dass am Ende eine 25:30 Niederlage stand.
Dabei hätte der WHV durchaus eine Chance gegen den Favoriten aus Ostwestfalen gehabt, jedoch verlor man heute nicht nur die Partie sondern auch das Torhüterduell (Carsten Lichtlein 14 Paraden gegenüber Adam Weiner 5 Paraden und Jendrik Meyer 4 Paraden) klar. Daneben hatte heute auch der rechte Rückraum mit nur einem Treffer nicht gerade seinen besten Tag, worin auch eine Erklärung für die bittere Niederlage zu finden ist, wodurch der WHV nun auf dem letzten Tabellenplatz rangiert. Nach der Osterpause stehen dann für den WHV noch acht Spiele auf dem Programm, die mit dem Heimspiel gegen Nordhorn am 12.April ihren Anfang nehmen. Acht wegweisende Spiele auf dem schweren Weg zum Ziel Klassenerhalt, der jedoch nach wie vor geschafft werden kann.
Stimmen zum Spiel:
Markus Baur (Trainer TBV Lemgo): Vor einem bzw. einem halben Jahr hätte ich mir nicht erträumt, einmal mit Pitti zusammen eine Pressekonferenz zu halten. Dieses ist ebenso schön wie der heutige Sieg und die dadurch gewonnenen zwei Punkte. Der WHV braucht in der jetzigen Situation jeden Punkt, so dass es für uns heute ein schweres Spiel war. Jedoch haben wir uns heute mit einer kompakten und aggressiven Deckung gegen den WHV gestellt, um uns dadurch auch Ballgewinne zu erkämpfen. Dieses hat dann auch in der zweiten Halbzeit gut funktioniert, was schließlich auch dann der Knackpunkt der Partie war. So sind wir zum Anfang und zum Ende der Halbzeit durch unsere Abwehr zu schnellen und leichten Toren gekommen, wodurch wir uns eine Führung erspielt haben. In der ersten Halbzeit konnten wir uns hingegen nicht absetzen. Dort haben wir dem WHV die Chance gegeben, zu Kreistoren zu kommen. Zudem ist der WHV- Rückraum zu nah an unsere Deckung gekommen. Dann haben wir jedoch gleich am Anfang der zweiten Halbzeit (ab der 34.Minute) 5-6 Tore gemacht, was wie schon gesagt der Knackpunkt war. Am Ende bin ich froh, dass wir beide Punkte geholt haben.
Klaus-Dieter Petersen (Trainer Wilhelmshavener HV): Heute bin ich sowohl mit dem Ergebnis, als auch mit dem, was die Mannschaft rüber bringen wollte, nicht zufrieden. Augenblicklich scheint der Handballgott zudem gegen den WHV zu sein. So hat sich Adam Weiner unter der Woche verletzt und heute im Spiel hat sich zudem Kristijan Ljubanovic verletzt. Anscheinend scheint der Kredit der letzten Jahre aufgebraucht. Zumindest kommt es augenblicklich für uns knüppeldick. Erst haben wir dagegen gehalten. Jedoch bekommen wir schon mit dem ersten Tor eine Standard-Aktion der Lemgoer, was sehr ärgerlich ist, zumal bei dieser Aktion Sven-Sören Christophersen als ehemaliger Lemgoer nicht richtig reagiert. Daneben hat heute die rechte Seite mit Rico Bonath und vor allem Renato Rui nicht das gebracht, was sie sonst in den letzten Spielen gezeigt hat. Manchmal weiß ich auch nicht, was Rico Bonath macht. Erst macht er ein tolles Tor, um dann in den nächsten Aktionen wieder fünf bis sechsmal abzuspielen, um erst dann wieder zu werfen. In der Folge haben wir dann den Faden verloren und haben aus dem Rückraum nur noch drauflos geballert. So haben wir dadurch in dieser Phase unsere Angriffe nicht mehr lang genug ausgespielt. Nach einer Standpauke haben wir dann die Partie diszipliniert nach Hause gebracht. Wenn unsere Torhüter keine 20 Bälle halten, wird es für uns zudem sehr schwer. Daneben fiel heute auch noch mit Kristijan Ljubanovic nach 4 Minuten ein kompakter Kreisläufer aus, was wir nicht kompensieren konnten. Nun haben wir eine Woche, in der wir die Ruhe bewahren, ehe wir dann arbeiten, arbeiten, arbeiten werden. Mit Oli, Tobi und dann hoffentlich auch Lubo werden wir dann Vollgas geben und in Ruhe konzentriert weiterarbeiten, um dann mit einer vollen Kapelle gegen Nordhorn wieder anzutreten.
Wilhelmshavener HV: TBV Lemgo 25:30 (12:15)
WHV: Weiner (1.-12./46.-60. 5 Paraden), Meyer (13.-30./31.-45. 4 Paraden), Schröder 5/2, Kelm 4, Gylfason 4/1, Christophersen 4, C. Köhrmann 4, Ljubanovic 2, Bonath 1, Binder 1, Rui, Cehajic
TBV Lemgo: Lichtlein (1.-52./ 14 Paraden), Zereike (53.-60. und bei drei Siebenmetern), Geirsson 7/2, Boesen 6, Kehrmann 4, Lützelberger 3, Stephan 3, Kraus 2, Mocsai 2, Hermann 2, Kaufmann 1, Bechtloff, Hegemann, Schröder
Zuschauer: 2.232
Schiedsrichter: Brauer/ Holm
Strafminuten: 8 (Cehajic zweimal, Schröder, Gylfason)/ 4 (Lützelberger, Hermann)
Siebenmeter: 5/ 3 (C. Köhrmann scheitert an Lichtlein, Schröder scheitert an Zereike)– 3/ 2 (Geirsson scheitert an Meyer)
Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 06. Juli 2008 um 20:11 Uhr
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