Sieg gegen TUS N-L

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WHV besiegte dank starker Abwehrleistung TuS Nettelstedt-Lübbecke mit 23:19

Der Wilhelmshavener HV konnte am gestrigen Mittwochabend einen ganz wichtigen Sieg im Rennen um den Klassenerhalt feiern. Nach elf sieglosen Begegnungen in Folge gelang im Duell der Tabellennachbarn ein 23:19 Sieg gegen TuS Nettelstedt- Lübbecke.

Vor 2107 Zuschauern in der Nordfrost-Arena sollte sich gleich von der ersten Minute an das im Vorfeld prognostizierte intensive und kampfbetonte Spiel entwickeln. Dabei begann der WHV bis auf eine Umstellung mit derselben Sieben wie im Spiel gegen Balingen-Weilstetten. Somit standen Christian Köhrmann, Kristijan Ljubanovic, Michael Binder, Gylfi Gylfason, Sven-Sören Christophersen auf dem Feld. Im Tor begann wiederum Adam Weiner. Für Milan Vucicevic rückte gestern jedoch Renato Rui in den rechten Rückraum. Dem gegenüber stellten sich auf Seiten der Nettelstedter Nico Greiner, Christian Hildebrand, Jakub Szymanski, Michal Jurecki, Dusan Tomic und Tim Remer. Im Tor begann Birkir Gudmundsson.
Der bessere Start in die Partie gelang dem WHV. So erzielte schon nach 47 Sekunden Renato Rui den ersten Treffer der Partie und die damit verbundene 1:0 Führung. Diese Führung baute der WHV bis zur 3.Minute auf 3:0 aus. Auf diesen Blitzstart reagierte Velimir Kljaic und wechselte Dennis Klockmann für Gudmundsson ins Lübbecker Tor. Diese Maßnahme sollte sich in den folgenden Minuten bezahlt machen. In einer von beiden Abwehrreihen dominierten und umkämpften Partie fand Nettelstedt vor allem durch Dennis Klockmann zurück in die Partie. Mit seinen Paraden und durch die eigene aggressive 5:1 Abwehr, in der Tim Remer als Vorgezogener gegen Sven-Sören Christophersen agierte, kam der TuS wieder Tor um Tor heran. Zudem nutzte Nettelstedt in dieser Phase Fehler im Angriffsspiel des WHV aus. Folgerichtig glich Michal Jurecki in der 10.Minute zum 4:4 aus. In der 13. Minute ging der TuS sogar erstmals mit 5:6 in Führung, als Dusan Tomic einen Abspielfehler des WHV mit einem Tor bestrafte. Jedoch blieb in den folgenden Minuten die Partie weiterhin eng, was neben den Abwehrreihen vor allem an den beiden starken Torhütern Adam Weiner und Dennis Klockmann lag. In der 18.Minute gelang Michael Binder mit seinem Treffer schließlich wieder die WHV- Führung (8:7), welche postwendend nach einem Ballgewinn durch Mirza Cehajic auf 9:7 erhöht wurde. In einer weiterhin durch Kampf und Einzelaktionen geprägten Partie sollte diese Führung bis zur 25.Minute halten, ehe Nettelstedt nun auftretende Fehler im WHV- Angriffsspiel konsequent bestrafte. So produzierte der WHV zu viele Fehlwürfe, die Nettelstedt in Form von Tempogegenstößen durch Oliver Tesch und Tim Remer nutzte. Dadurch glich der TuS in der 28.Minute zum 11:11 aus. Jedoch kämpfte der WHV weiterhin verbissen und nutzte zudem eine Zeitstrafe gegen Tim Remer, so dass Renato Rui 10 Sekunden vor dem Ende der ersten Halbzeit den 12:11 Halbzeitstand erzielte.
In der Pause heizte die Percussion- Gruppe des Lothar Meyer Gymnasiums aus Varel die gute Stimmung in der Nordfrost-Arena noch weiter an. Sicherlich waren die südamerikanischen Klänge gut gewählt, denn in der nun folgenden zweiten Halbzeit sollte den Zuschauern ein mitreißendes und spannendes Spiel geboten werden.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit blieb die Partie jedoch nach wie vor ausgeglichen. So konnte sich keines der beiden Teams absetzen, was auch an den Fehlern beider Angriffsreihen lag. So wechselte bis zur 41.Minute immer wieder die Führung (16:16). Per Siebenmeter brachte dann Christian Köhrmann den WHV wieder in der 44.Minute mit 17:16 in Führung und in der Folge sollte dann die Vorentscheidung in der Partie fallen. Hierfür sorgten hauptsächlich zwei Mannschaftsteile des WHV. Zum einen wäre hier die Abwehr zu nennen. So rückte die 3:3 Abwehrformation des WHV, wie in der ersten Halbzeit, schon früh auf die Rückraumakteure des TuS heraus und zwang sie dadurch oft zu technischen Fehlern bzw. Fehlwürfen. Zum anderen wäre dann noch Adam Weiner zu nennen, der in dieser Phase nicht zu überwinden war. So hielt Adam nicht nur einen Siebenmeter, sondern „vernagelte“ in dieser Phase förmlich sein Tor. So zog der WHV zwischen der 44.-55. Minute von 17:16 auf 22:16 davon. Die Nordfrost-Arena bebte und die Zuschauer zollten dieser Leistung schon ab der 50. Minute mit Standing Ovations. Zwar verkürzte Nettelstedt noch bis auf 22:19, aber Sven-Sören Christophersen war es vergönnt, 35 Sekunden vor dem Ende den 23:19 Endstand zu erzielen. Damit erringt der WHV zwei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt und kann mit Selbstvertrauen zur Partie am Samstag nach Essen reisen.


Stimmen zum Spiel:

Adam Weiner: Ich möchte ein Lob an die ganze Mannschaft inklusive den Betreuern aussprechen. Wir haben von der 1.-bis zur 60. Minute zusammen gestanden. Wenn man so zusammensteht, kann man jedes Spiel gewinnen.

Sven-Sören Christophersen: Das war heute Abend eine klasse Geschichte. Wir sind sehr froh, dass wir beide Punkte eingefahren haben. Es war klar, dass wir uns keine Ausrutscher gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel leisten können. Nun können wir mit gestärktem Selbstvertrauen nach Essen fahren, um die beiden Punkte, die wir gegen Balingen liegen gelassen haben, dort zu holen.

Velimir Kljaic ( Trainer TuS Nettelstedt- Lübbecke): Glückwunsch an den WHV zum verdienten Sieg. Sie haben heute mehr Willen und Kampfgeist im Spiel gezeigt. Mein Team hat zwei Probleme. Auswärts trägt mein Team ein Lammfell, zuhause hingegen trägt es ein Wolfsfell. Da man mit einem Lammfell aber nicht gewinnen kann, haben wir heute mit dem WHV einen verdienten Sieger gesehen.

Klaus-Dieter Petersen (Trainer Wilhelmshavener HV): Mir fällt heute aufgrund des Sieges ein Stein vom Herzen. Ich bin stolz auf die Leistung meiner Mannschaft. Sie hat die Antwort auf die letzten Spiele gegeben und davor ziehe ich meinen Hut. Unter der Woche bin ich auf der Homepage von Nettelstedt- Lübbecke gewesen und habe dort ein Interview meines Trainerkollegen gefunden. Dort sprach er über die heutige Partie und erwartete kein schönes, aber sehr intensives Spiel. Damit haben wir uns beschäftigt und dabei besonderen Wert auf die Einstellung gelegt, welche in solch einer Partie stimmen muss. Hiernach hat meine Mannschaft eine Pressemitteilung geschrieben, was in der Presse nach dem Spiel stehen soll. Diese hat zum Inhalt, dass ein starker Ruck durchs Team ging, jeder einzelne Spieler Verantwortung übernahm und an sich glaubte und dadurch das gesamte Team den Gegner geschlossen an die Wand spielte. Mit der tatkräftigen Unterstützung der Teammitglieder, dem klaren Ziel vor Augen „mindestens ein Tor mehr als der Gegner zu werfen“ und mit dem nötigen Glück fuhr die Mannschaft schließlich unter dem Jubel der Halle den verdienten Sieg ein. Diese Mitteilung war eine Motivation für die Mannschaft. Dadurch stimmte auch die Einstellung und wir haben ein tolles Spiel gesehen. Somit haben wir die Chance zu einem vernünftigen Anfang gelegt, der in den nächsten Spielen seine Fortsetzung finden soll.


Wilhelmshavener HV: TuS Nettelstedt- Lübbecke 23:19 (12:11)

WHV: Weiner (1.-60./ 20 Paraden), Christophersen 6/1, Ljubanovic 4, Rui 4, C. Köhrmann 3/2, Binder 3, Gylfason 2/1, Cehajic 1, Vucicevic, Kelm, Meyer (n.e.), Bonath (n.e.), Petersen (n.e.)

TuS Nettelstedt-Lübbecke: Gudmundsson (1.-3./ 49.-60./ 4 Paraden), Klockmann (4.-48./ 13 Paraden), Remer 7, Tomic 2, Hildebrand 2, Jurecki 2, Datukashvili 2, Tesch 2, Szymanski 1, Skatar 1, Greiner, Kokir, Schibschid, Hazl, Cale (n.e.)

Zuschauer: 2.107
Schiedsrichter: Hartmann/ Schneider
Strafminuten: 12 (Binder zweimal, Rui, C. Köhrmann, Cehajic, Ljubanovic)/ 16 (Greiner zweimal, Tesch zweimal, Tomic, Jurecki, Hazl, Remer)
Siebenmeter: 6/ 4 (Cehajic scheitert an Klockmann/ Gylfason scheitert an Klockmann)– 3/ 0 (Hazl scheitert zweimal an Weiner/ Remer über das Tor)

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 30. Juni 2008 um 09:30 Uhr  

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