WHV erspielt sich leider nur ein Unentschieden

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Was sich heute in der Nordfrost Arena abspielte, kann man getrost als mitreißend und spannend bezeichnen. Kampf, Dramatik, Emotionen und am Ende zwei rote Karten stehen bei der 27:27 Punkteteilung zwischen dem WHV und der Ahlener SG zu Buche, wobei heute wieder einmal mehr für den WHV drin war. Sicherlich ist der heutige Punkt ein Gewinn, aber vom Spielverlauf her hat man heute sicherlich auch einen möglichen zweiten Punkt verschenkt.

Schon vor dem Spielbeginn ereilte den WHV die Hiobsbotschaft, dass sich im gestrigen Training Christian Köhrmann einen Innenbandanriss zuzog und damit für sechs Wochen ausfällt. Somit musste man seine gewohnte Stammsieben umstellen, so dass zunächst Dominic Kelm, Lasse Arvidsson, Rene Drechsler, Michael Binder, Tobias Schröder und im Tor Holger Eilts begannen. Auf der Rückraummitte stand anstelle von Christian Köhrmann etwas überraschend Henning Padeken. Jedoch sollte sich diese Maßnahme noch auszahlen.

Dem gegenüber agierten auf Seiten von Ahlen Andre Kropp, Andrei Siniak, Sascha Bertow, Rico Bonath, Thomas Lammers und Stefan Pries. Im Tor begann der gute Jan Stochl.

Den besseren Start in die Partie erwischten die Gäste, die sich nach 2 Minuten mit 0:2 leicht absetzten. Jedoch kam der WHV wieder heran, was vor allem an Henning Padeken lag. Dieser dirigierte klug auf der Mitte und sorgte nicht nur durch seine Anspiele, sondern auch durch leichte Tore dafür, dass der WHV nach seinem dritten Treffer beim Stande von 4:5 nach acht Minuten den Anschluss gewahrte hatte. In den nun folgenden Minuten sollte dann der WHV die Partie an sich reißen. Mit einer sehr guten Abwehr zwang man Ahlen zu Ballverlusten, die man vorne trotz eines guten Jan Stochl im Tor der Ahlener zu Treffern nutzte. So erspielte man sich zwischen der 14.-19. Minute dank Treffer von Dominic Kelm und Johan Andersson und einem damit verbundenen 4:0 Lauf eine beruhigende drei Tore Führung (9:6). Diese wurde auch dank eines starken Holger Eilts bis zur 22. Minute bis auf vier Tore ausgebaut (11:7). Bis zur 24. Minute (12:8) hielt der Vorsprung, ehe nun der Faden beim WHV riss. So machte man im Angriff zu viele technische Fehler und Fehlwürfe aus freien Situationen, die Ahlen konsequent nutzte und schließlich in der 28. Minute zum 12:12 ausglich. Jedoch kam der WHV wieder dank Fehler von Ahlen und zweier Treffer von Tobias Schröder zurück und führte in der 29.Minute mit 14:12 und ging schließlich mit einer ein Tore Führung (14:13) in die Kabine.

Nach dem wieder Anpfiff zur zweiten Halbzeit erzielte Michael Binder gleich nach 24 Sekunden das 15:13. Jedoch kämpfte sich Ahlen wieder heran und kam nach einem Fehlwurf des WHV und einem Tor des guten Thomas Lammers zum 15:15 Ausgleich (32:37). Den WHV beeindruckte das wenig und man konnte sich dank einer zwei Minuten Strafe gegen Ahlen und zweier Tore von Rene Drechsler per Tempogegenstoß wieder mit drei Toren absetzen (18:15  36:09). Jedoch nutzte Ahlen sogleich eine Zeitstrafe gegen Lasse Arvidsson konsequent aus und kam wieder bis auf 19:18 heran (38:35). Auch in der Folge wog das Spiel hin und her. Immer wieder ging der WHV mit zwei Toren in Führung, aber Ahlen kam auch dank weiterer vieler Fehler im Angriff des WHV immer wieder bis auf ein Tor heran.

Schließlich glich Ahlen in der 48. Minute in einer Überzahlsituation dank Christoph Wischniewski zum 22:22 aus und es sollte nun eine emotionsgeladene Schlussphase eingeläutet werden. Denn schon eine Minute später kochte die Nordfrost Arena, als der WHV eine doppelte Unterzahl der nicht immer ganz glücklichen Schiedsrichter Ickler/Schnare kassierte. Fortan wurde jeder Angriff der Ahlener und jeder Schiedsrichterpfiff mit Pfiffen begleitet. Dank der doppelten Überzahl erzielte Björn Wiegers die 22:23 Führung der Ahlener, die jedoch postwendend Johan Andersson zum 23:23 ausglich. Der nächste Ahlener Angriff brachte dann das Fass zum überlaufen. So bekam der Ahlener Kreisläufer Björn Wieges ein Anspiel auf den Fuß. Tobias Schröder wollte nun einen Tempogegenstoß einleiten, jedoch ließ Wiegers den Ball nicht los, sondern schlug Tobias ins Gesicht. Als Folge dieser Aktion bekam dann der Ahlener Kreisläufer von Tobias den Ball an den Kopf geworfen. Nach kurzer Beratung schickten schließlich die Schiedsrichter beide Akteure vorzeitig mit Rot zum Duschen und die Nordfrost-Arena kochte.

Die Dramatik sollte nun noch weiter gesteigert werden. So erspielte sich nämlich der WHV in den folgenden Minuten immer wieder einen ein Tore Vorsprung, der aber immer wieder von Seiten der Ahlener ausgeglichen wurde. In der 57. Minute sollte dann der WHV dank Johan Andersson mit 27:26 in Führung gehen, ehe nun nervenaufreibende zwei Schlussminuten folgen sollten. So errang Dominic Kelm im folgenden Ahlener Angriff 70 Sekunden vor dem Ende den Ball und alles sah nach einem sicheren Sieg aus. Jedoch unterlief dem WHV 48 Sekunden vor dem Ende ein Abspielfehler. Ahlen erhielt nun 14 Sekunden vor dem Ende einen Siebenmeter, den Andre Kropp zum 27:27 nutzte. In den letzten elf Sekunden hatte dann der WHV noch die Chance zum Sieg, aber der finale Freiwurf von Rene Drechsler brachte am Ende nichts ein. Somit trennten sich beide Teams mit 27:27, wobei für den WHV wieder einmal mehr drin war.

Hervorzuheben beim WHV wären auf jeden Fall Henning Padeken, Dominic Kelm, Johan Andersson und Michael Binder.

Bei Ahlen fiel der gute Torwart Jan Stochl auf. 

Stimmen zum Spiel:  

Jens Pfänder (Trainer Ahlener SG): Mit dem Unentschieden können wir vom Spielverlauf her absolut leben. So haben wir uns heute in der ersten Halbzeit um ein mögliches besseres Ergebnis gebracht. Dort waren wir zu ungeduldig im Angriff und haben dadurch den WHV zu leichten Toren eingeladen. Dadurch sind wir in Rückstand geraten, haben uns dann aber wieder heran gearbeitet. In der zweiten Halbzeit waren wir dann konzentrierter, haben über den Kreis gespielt und waren auch aggressiver in der Abwehr. Für uns hätten das auch heute zwei Minuspunkte werden können. So hatte der WHV in den letzten zwei Minuten die Chance zum Sieg, hat aber diese weggeschmissen. Daher war das heute ein gerechtes Ergebnis, zu Mal dieses am ehesten den Spielverlauf entspricht.  

Klaus-Dieter Petersen (Trainer Wilhelmshavener HV): Es war heute für uns nicht einfach. Wir hatten im Vorfeld sehr viele Spiele mit einem Tor verloren und dadurch auch einige Punkte verschenkt. Zudem mussten wir gestern im Training den Ausfall von Christian Köhrmann beklagen, was nicht gerade positiv für meine Mannschaft war. Daher muss ich heute den Hut ziehen vor meiner Mannschaft. Sie hat heute alles gegeben und gekämpft. Ich bin heute Stolz auf meine Jungs und möchte mich bei ihnen für die Leistung bedanken. Die positiven Dinge waren heute zum einen Henning Padeken, der am Anfang die Partie bestimmt und einen starken Auftritt abgeliefert hat. So hat er erst 30 Minuten vor Spielbeginn von seinem Einsatz erfahren und diese Bauchentscheidung war am Ende die richtige. Zum andren haben heute in der Schlussphase Michael Binder und Johan Andersson ihre Chance zu Toren genutzt. Trotzdem haben wir hier einen Punkt verschenkt, obwohl man gesehen hat, dass die Mannschaft einen Schritt nach vorne gemacht hat. So können wir mit jedem in der Liga mithalten, aber es schleichen sich halt noch kleine Fehler ein. Ein Dank zudem an die Zuschauer, die uns sehr gut unterstützt haben und an denen es nicht liegt, dass wir einen Punkt liegen gelassen haben. Am Sonntag spielen wir nun gegen Rostock, die eine offensive Abwehr spielen, in der sich Lücken ergeben, so dass der Ausfall von Chrissi besonders schmerzt.   

Wilhelmshavener HV : Ahlener SG   27:27     (14:13) 

WHV: Eilts (1.-49./ 11 Paraden), Rutschmann (50.-60.  und bei vier Siebenmetern/ 2 Paraden), Andersson 7/3, Binder 5, Padeken 4, Kelm 3, Schröder 3, Drechsler 3, Samuelsson 2, Arvidsson, Hesslein (n.e.), Staszewski (n.e.), Krause (n.e.)
 

Ahlener SG: Stochl (1.-60. / 12 Paraden), Peveling (ein Siebenmeter), Kropp 6/3, Lammers 4, Bonath 4, Rogowski 4, Wiegers 3, Wischniewski 2, Pries 2, Bertow 1/1, Siniak 1, Ganschow, Hynek, Adams

Zuschauer: 1552
Schiedsrichter: Ickler/Schnare
Strafminuten: 10 (Arvidsson zweimal, Kelm zweimal und Schröder)/8 (Ganschow, Pries, Hynek und Bonath)
Siebenmeter: 3/3 – 7/4 (Bertow scheitert an Rutschmann, Lammers scheitert an Rutschmann und Kropp wirft über das Tor)
Besondere Vorkommnisse: Rote Karte Schröder (Wilhelmshavener HV) und Björn Wiegers (Ahlen) (52:28)
  Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 30. Januar 2009 um 22:39 Uhr  

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