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Am gestrigen Samstagabend empfing der Wilhelmshavener HV den Tabellenneunten der 2. Bundesliga Nord, den SV Post Schwerin. Am Ende sollte sich der WHV in einer Fehler behafteten Partie nach einer Steigerung in der zweiten Halbzeit mit 27:23 durchsetzen und baute damit seine Heimserie auf fünf Siege in Folge aus.

Mit der gewohnten Stammsieben ging der WHV in die Partie, so dass Lasse Arvidsson, Michael Binder, Christian Köhrmann, Johan Andersson, Gustaf Samuelsson, Renato Rui sowie Holger Eilts im Tor auf dem Feld standen. Demgegenüber standen auf Seiten des SV Post Ingo Heinze, Lars Klüttermann, Daniel Pankofer, Danny Anclais, Christian Zufelde, Alexander Ladig und der gute ex- WHV Torhüter Milos Putera.

Von Beginn an entwickelte sich eine von vielen Fehlern auf beiden Seiten geprägte Partie, in der zudem die jeweiligen Abwehrreihen dominierten. Dabei erwischte Schwerin den besseren Start und ging durch Danny Anclais nach 32 Sekunden mit 0:1 in Führung. Jedoch glich diese Führung Lasse Arvidsson per Tempogegenstoß nach 2:30 zum 1:1 aus. Tempogegenstoß ist dabei ein gutes Stichwort, denn immer wieder bestrafte zu Beginn der Partie der WHV die Schweriner Fehler mit Toren per Tempogegenstoß. Jedoch produzierte auch der WHV- Angriff viele technische Fehler und Fehlwürfe, die Schwerin ebenfalls konsequent nutzte. Dabei spielte Schwerin effektiv, einfach und clever. Mit vielen Kreuzbewegungen brachte der SV seine Rückraumschützen in Stellung, die dann in Person von Ingo Heinze oder Daniel Pankofer leichte Treffer erzielten. Dadurch erspielte sich Schwerin nach 7 Minuten eine zwei Tore Führung (2:4), die bis zur 12. Minute (4:6) Bestand hatte. Daran hatte auch Milos Putera einen großen Anteil, an dem der WHV- Angriff des Öfteren scheiterte.

Jedoch kam der WHV dank Johan Andersson wieder zurück und glich in der 18. Minute zum 7:7 aus. Nach wie vor aber überzeugte das spielerische Niveau von Seiten beider Mannschaften leider überhaupt nicht. So reihte sich in jedem Angriff mindestens ein Fehler (entweder technisch oder Fehlwurf) ein, wovon zum Ende der ersten Halbzeit vor allem der WHV profitierte. So blieb die Partie bis zur 23. Minute beim Stande von 9:9 ausgeglichen, ehe eine Minute später dann nach einem Schweriner Stürmerfoul Michael Binder den WHV erstmals in Führung brachte. Diese baute man dann nach einem Siebenmetertor von Johannes Krause auf zwei Tore aus (12:10    27.Minute), mit der dann beide Mannschaften nach einer spielerisch schwachen ersten Halbzeit in die Kabine gingen.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit gelang dem WHV der bessere Start. So sorgte Johan Andersson mit zwei Krachern aus dem Rückraum zum 14:11 bzw. 15:12 für die erstmalige drei Tore Führung, die in der Folge noch ausgebaut wurde, woran auch die nun besser stehende WHV- Abwehr und deren Ballgewinne ihren Anteil hatten. So baute man die Führung dank eines umjubelten Unterzahltores per Unterhand von Lasse Arvidsson und einem Siebenmetertor von „Mister 100 Prozent am Punkt“ Johannes Krause auf 17:12 (34:41) aus. Jedoch kämpfte sich der Gast aus Mecklenburg-Vorpommern auch dank zweier Zeitstrafen gegen den WHV heran und verkürzte bis zur 38. Minute durch Christian Zufelde auf 18:16.

In den nun folgenden Minuten hätte Schwerin noch weiter verkürzen können, aber man scheiterte allzu oft an Holger Eilts bzw. an der Latte. Der WHV seinerseits konnte nur bedingt diese Ballgewinne nutzen und sich nur kurzzeitig auf drei Tore absetzen, da immer wieder Ingo Heinze mit leichten Toren aus dem Rückraum verkürzte. So blieb die Partie bis zur 48. Minute beim Stande von 21:19 spannend. Die Entscheidung zu Gunsten des WHV sollte dann zwischen der 49.-52. Minute fallen. In diesem Zeitraum nutzte unser Team eine Zeitstrafe von Schwerin eiskalt aus und erspielte sich dank des guten Michael Binder wieder eine fünf Tore Führung (25:20   52:52). Diese Führung gab man bis zum Ende nicht mehr aus der Hand, so dass dem Gast nur noch ein wenig „Ergebniskosmetik“ möglich war. So gewann am Ende der WHV dank einer Steigerung in der zweiten Halbzeit mit 27:23 und feierte somit den fünften Heimsieg in Folge.

Beim WHV überzeugten neben dem sicheren Siebenmeterschützen Johannes Krause, Holger Eilts (17 Paraden), Christian Köhrmann und Johan Andersson. Beim Gast überzeugte Milos Putera mit 16 Paraden.   

Stimmen zum Spiel:  

Norbert Henke (Trainer SV Post Schwerin): Wir wussten, was heute auf uns zukommt. So verfügt der WHV über eine spielstarke Mannschaft, die mit breiter Brust agieren würde. Wir wollten dagegenhalten, was uns auch gelungen ist. So hat mein Team über 60 Minuten gekämpft. Zudem bin ich heute mit der Abwehrarbeit zufrieden, da wir nur 27 Treffer zugelassen haben. Die Erklärung für die Niederlage liegt dabei in der Phase zwischen der 40.-48. Minute. So hatten wir dort vier bis fünf Mal die Möglichkeit, bis auf ein Tor heranzukommen, was uns nicht gelungen ist. So haben wir dann nach technischen Fehlern zwei Tempogegenstöße bekommen. Der WHV konnte dann von vorne spielen und damit lässt es sich bekanntlich viel leichter spielen. Das ist heute der einzige Makel. Zwar hatten wir heute nur elf Spieler zur Verfügung, wovon Aurel Witt und Lars Klüttermann im Vorfeld fit gespritzt werden mussten. Dadurch hatten wir gerade Halbrechts einige Probleme, was jedoch nicht die heutige Leistung erklärt, da alle Spieler alles gegeben haben. Vielmehr hatten wir heute zu viele Fehlwürfe (22), wovon wir gerade den hundertprozentigen Chancen nachtrauern. So lassen wir zwei Siebenmeter und drei Tempogegenstöße aus, was sehr schade ist. Dieses müssen wir unbedingt abstellen. Sonst bin ich mit meinem Team zufrieden, wobei ich einige Schiedsrichterentscheidungen (speziell die letzten 2 Minuten Strafen) nicht verstanden habe und mir etwas mehr Fingerspitzengefühl gewünscht hätte.  

Klaus-Dieter Petersen (Trainer Wilhelmshavener HV): Alle hatten heute in der Halle sicherlich ihren Spaß, wobei wir eine Partie (gegen eine der besten Abwehrreihen der Liga) mit Höhen und Tiefen gesehen haben. So lief gerade die Anfangsphase für uns eher suboptimal. Dabei haben wir einige Chance ausgelassen und zudem einige Entscheidungen am Kreis gegen uns bekommen. Dieses hat uns etwas aus dem Konzept gebracht, da wir über keine Kanoniere aus dem Rückraum verfügen und daher spielerisch versuchen müssen, unseren Kreis und unsere Außen in Wurfpositionen zu bringen. Daher waren die hinzukommenden Regelfehler besonders bitter. Jedoch haben wir unsere drei Säulen gezeigt, wobei der disziplinierte Angriff anfangs nicht geklappt hat. Hingegen haben heute die Abwehr und das daraus sich entwickelnde Tempospiel (Gegenstöße) über 60 Minuten gut funktioniert. Ein Kompliment möchte ich heute sowohl unserem Torwarttrainer Alexander (Sascha) Vorontsov aussprechen, der beide Torhüter zu diesen Leistungen bringt als auch Michael Binder, der in den entscheidenden Situationen von Außen die Bälle versenkt. Verbesserungen haben wir aber noch auf den beiden Halbpositionen im Rückraum, von denen im Spiel einfach mehr kommen muss. Jedoch hat sich auch heute wieder die Aussage bestätigt, dass man über die Abwehr die Spiele gewinnt. Am Sonntag steht nun die Partie gegen die punktgleiche HSG Varel an, wobei es auch nur ein Spiel ist, in dem es um zwei Punkte geht, mehr auch nicht.  

 
Wilhelmshavener HV : SV Post Schwerin   27:23     (12:10) 

WHV: Eilts (1.-60./ 17 Paraden), , Andersson 7, Binder 7, Krause 6/5, Köhrmann 4, Arvidsson 3, Samuelsson, Drechsler, Kelm, Rui, Rutschmann (n.e.), Hesslein (n.e.), Staszewski (n.e.), Padeken (n.e.) 

SV Post Schwerin: Putera (1.-60./ 14 Paraden), Niepagen (bei einem Siebenmeter), Heinze 5, Pankofer 5/2, Zufelde 4, Anclais 4,. Witt 2, Rauch 1, Ladig 1, Klüttermann 1, Riedinger

Zuschauer: 1623
Schiedsrichter: Caris/Förster
Strafminuten: 10 (Arvidsson dreimal, Rui und Köhrmann)/12 (Riediger dreimal, Witt, Ladig und Anclais)
Siebenmeter: 7/5 (Andersson scheitert an Putera, Köhrmann scheitert an Putera)– 4/2 (Pankofer scheitert an Eilts, Anclais wirft an die Latte)
Besondere Vorkommnisse: Rote Karte Riediger (SV Post Schwerin) (dritte Zeitstrafe) (49:11), Rote Karte Arvidsson (WHV) (dritte Zeitstrafe) (59:17)
  Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 30. April 2009 um 08:50 Uhr  

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