WHV verliert auch Derby-R



Montag, den 23. März 2009 um 01:41 Uhr
Am heutigen Abend stand für den WHV das sicherlich aus Fansicht wichtigste Spiel des Jahres auf dem Programm. Im Derby traf man in der stimmungsvollen EWE Arena auf die HSG Varel. Vor 2.000 begeisternden Zuschauern sah es lange Zeit nach einem Derbysieg für den WHV aus, ehe Varel in den letzten 15 Minuten die Partie zu ihren Gunsten drehte und am Ende mit 27:25 siegte.
Schon vor dem Spiel konnte man in der EWE Arena die Spannung fast mit Händen greifen. Jeder der 2000 Zuschauer war in positiver Vorstimmung, was sich auch bei den beiden Fangruppierungen bemerkbar machte. Auf der einen Seite stand dort die Vareler Fanecke ausgestattet mit der berühmten Luftschutzsirene, Trommeln, Fahnen und großen rot-weißen HSG Plakaten. Auf der anderen Seite der nicht minder lautstarke WHV- Fanblock, der seinerseits mit Fahnen, Plakaten und Trommeln für die nötige Stimmung sorgte. So herrschte schon vor Beginn eine tolle, fast schon Gänsehautstimmung, die auch über die 60 Minuten anhielt.
Zu Beginn der Partie standen auf Seiten des WHV Fabian Hesslein, Dominic Kelm, Michael Binder, Gustaf Samuelsson, Renato Rui, Christian Köhrmann und im Tor der überragende Bastian Rutschmann.
Demgegenüber agierten auf Seiten der Gastgeber das „Geburtstagskind“ Jan-Philip Willgerodt, Lars Sörensen, Niels Bötel, Helge Janßen, Ralf Koring, Kai Behrend und im Tor begann Christoph Dannigkeit.
Den besseren Start in die Partie gelang unserem WHV. So ging man zunächst dank Gustaf Samuelsson mit 0:1 in Führung. Im Gegenangriff entschärfte dann Bastian Rutschmann einen Siebenmeter von Jan-Philip Willgerodt und sorgte damit für die ersten Emotionen der Partie. Jedoch kam Varel zurück und ging nach WHV- Fehlwurf dank Rasmus Söby mit 2:1 in Führung (5:04). Diese erste Führung für Varel sollte dann auch für lange Zeit die einzige HSG Führung sein. Fortan bestimmte nämlich der WHV die Partie. Daran hatte neben einer aggressiven, früh herausrückenden 4:2 Abwehrformation des WHV vor allem Bastian Rutschmann einen großen Anteil, der den Vareler Rückraum schier zur Verzweifelung brachte. Dadurch glich der WHV nicht nur zum 2:2 aus (5:15), sondern konnte sich bis zur 11. Minute einen drei Tore Vorsprung erspielen (2:5 11:09). Dieser hielt auch in der Folge dank Treffern von Lasse Arvidsson und Johan Andersson bis zur 21. Minute (5:8) an. Dabei konnte der WHV auch durch eigene Fehler den Vorsprung nicht noch weiter ausbauen. Varel hingegen kam in dieser Phase zumeist nur über den Kreis oder über die Außenpositionen zum Erfolg. Dabei war die Partie, wie sich das für ein Derby gehört, hart umkämpft und auch die Emotionen fehlten nicht, wenn nämlich wieder einmal Bastian Rutschmann eine Parade zeigte und postwendend seine Freude herausschrie.
Der WHV- Vorsprung wuchs bis zur 23.Minute sogar auf vier Tore an (6:10), ehe beide Mannschaften beim Stande von 8:11 die Seiten wechselten. Explizit sollte man dabei noch die etwas kuriose 26.Minute herausstellen. Erst hielt Bastian Rutschmann auch den dritten zugesprochenen Siebenmeter von Niels Bötel (11.Parade), ehe 36 Sekunden später Johannes Krause per Siebenmeter am eingewechselten Andre Seefeldt scheiterte, der fortan das Vareler Tor hütete. Der Schlusspunkt der ersten Halbzeit sorgte dann jedoch noch für richtige Aufregung. So führte Jan-Philip Willgerodt einen direkten Freiwurf aus, wobei er Gustaf Samuelsson im Gesicht traf. Nach kurzer Bedenkzeit entschieden die Schiedsrichter Brandt/Veit auf eine Rote Karte gegen Jan Philip Willgerodt, was viele der Vareler Anhänger mit Pfiffen bedachten. So musste Varel in der zweiten Halbzeit auf seinen zweitbesten Schützen verzichten, was noch Folgen haben sollte.
Der bessere Start in die zweite Halbzeit gelang nun der HSG Varel. So sorgte Rasmus Söby mit leichten Rückraumtoren dafür, dass der Vorsprung leicht auf zwei Tore schmolz (11:13). Nach einer zwei Minuten Strafe gegen Michael Binder (35:16) und zwei Fehlwürfen des WHV glich Lukas Klacansky unter dem Jubel der Vareler Anhänger zum 13:13 aus (35:58) und die HSG war wieder zurück in der Partie. Jedoch beeindruckte das den WHV wenig und dank Fehlern der Vareler setzte sich der WHV zwischen der 37.-41. Minute von 14:14 auf 14:17 ab. Über 15:18 und 17:20 hielt der WHV- Vorsprung bis zur 47. Minute beim Stande von 18:21 an und vieles deutete auf die erfolgreiche Derbyrevanche hin.
Jedoch sollte sich nun die Partie zu Gunsten der HSG drehen, was am starken Andre Seefeldt lag. Dieser sorgte mit seinen Paraden für Ballgewinne, die die HSG nutzte. So glich Varel nicht nur per Tempogegenstoß von Niels Bötel zum 21:21 aus, sondern ging in der 53.Minute durch Florian Doormann wieder in Führung (23:22). Die Entscheidung fiel dann in den folgenden zwei Minuten, wo Varel den Vorsprung auch dank einer Zeitstrafe gegen Christian Köhrmann auf drei Tore ausbaute (25:22), was zu Jubelstürmen im Vareler Fanblock sorgte. In der 58. Minute führte dann Varel mit 27:23, ehe Michael Binder mit zwei Treffern für den 27:25 Endstand sorgte. In der Halle bot sich dann folgendes Bild: Auf der einen Seite jubelnde, tanzende HSG- Fans und Spieler und auf der anderen Seite traurige WHV- Fans. Jedoch heißt es nun für den WHV, sich an den guten ersten 47 Minuten zu orientieren, denn am kommenden Samstag wartet mit dem Heimspiel gegen den Tabellenvierten TV Emsdetten eine schwierige Aufgabe auf unsere Mannschaft.
Beim WHV überragte Bastian Rutschmann mit 19 Paraden. Bei Varel fiel speziell in Rasmus Söby mit acht Toren, davon sieben in der zweiten Halbzeit, auf.
HSG Varel : Wilhelmshavener HV 27:25 (8:11)
Varel: Dannigkeit (1.-25. / 6 Paraden), Seefeldt (26.-30./ 30.-60. / 13 Paraden), Söby 8, Sörensen 3, Klacansky 3, Bötel 3, Behrend 3/2, Janßen 2, Kalafut 2, Koring 2, Doormann 1, Willgerodt
WHV: Rutschmann (1.-30. / 30.-48. / 53.-60. / 19 Paraden), Eilts (49.-52.), Andersson 5/1, Binder 5, Köhrmann 4, Arvidsson 4, Samuelsson 3, Krause 3/3, Kelm 1, Drechsler, Rui, Hesslein, Padeken (n.e.)
Zuschauer: 2000
Schiedsrichter: Brandt/Veit
Strafminuten: 8 (Koring dreimal und Willgerodt)/8 (Arvidsson zweimal, Binder und Köhrmann)
Siebenmeter: 5/2 (Willgerodt scheitert an Rutschmann, Willgerodt wirft über das Tor und Bötel scheitert an Rutschmann – 6/4 (Krause scheitert an Seefeldt, Andersson scheitert an Seefeldt)
Besondere Vorkommnisse: Rote Karte Willgerodt (HSG Varel) (Unsportlichkeit) (30:00), Rote Karte Koring (HSG Varel) (dritte Zeitstrafe) (58:51)
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 30. April 2009 um 08:50 Uhr
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