Spannender Krimi endet mit 24:24 Unentschieden



Sonntag, den 29. März 2009 um 04:02 Uhr
Am heutigen Abend traf der WHV in der Nordfrost Arena auf den aktuellen Tabellenvierten der 2. Bundesliga-Nord, nämlich den TV Emsdetten. Nach einem packenden und spannenden Spiel sollten sich beide Teams am Ende mit 24:24 trennen, woran neben dem überragenden Holger Eilts vor allem Johan Andersson großen Anteil hatte.
Vor 2.050 Zuschauern begann der WHV mit zwei überraschenden Änderungen in der Startformation. So standen zunächst Fabian Hesslein, Johan Andersson, Johannes Krause, Lasse Arvidsson, Michael Binder, Gustaf Samuelsson und Holger Eilts auf dem Feld, wobei zunächst Gustaf Samuelsson auf die Linksausenposition und Michael Binder auf der Rückraummitte agierten. Dem gegenüber standen auf Seiten des TVE Eelco Weevers, Duje Miljak, Patrick Kvalvik (Wechsel im Angriff mit Kennie Boysen), Julius Waltermann, Achim Cordes, Stefan Thünemann und Marcus Cleverly im Tor.
Den besseren Start in die Partie hat der TVE, der nach zwei Minuten mit 0:2 führte. In der 3. Minute sorgte dann Johan Andersson für den Anschlusstreffer und es sollte sich für lange Zeit ein Duell zwischen Schweden und Dänemark entwickeln. Mit einer aggressiven 6:0 Abwehr stellte Emsdetten den WHV vor einige Schwierigkeiten. So fand unser Team nur wenige Lücken und produzierte einige Fehler, die Emsdetten nutzte, um in der 5. Minute erstmals mit drei Toren in Führung zu gehen (1:4). Aber auch in das Spiel des TVE schlichen sich einige Fehler ein, die der WHV zu Nutzen wusste. So fanden vor allem unseren beiden Schweden Johan Andersson und Lasse Arvidsson Lücken in der Abwehr und überwanden den dänischen Keeper Marcus Cleverly. Dadurch verkürzte der WHV bis zur 11. Minute auf 4:5. Jedoch setzte sich Emsdetten dank des treffsicheren Kreisläufers Stefan Thünemann wieder auf zwei Tore ab (5:7 17.11).
In einer weiterhin von vielen Fehlern auf beiden Seiten geprägten Partie kam der WHV dank einer besser arbeitenden Abwehr und eines immer besser werdenden Holger Eilts wieder zurück und glich in der 19. Minute durch Dominic Kelm zum 7:7 aus. Jedoch sollte dem WHV nicht die erste Führung gelingen, vielmehr setzte sich der Gast dank WHV- Fehler wieder mit zwei Toren ab (8:10 25.23). Dieser zwei Tore Vorsprung sollte auch in die Halbzeit gerettet werden, obwohl der WHV die Möglichkeit zum Ausgleich hatte. Zunächst sorgte Michael Binder am Kreis nach Anspiel von Lasse Arvidsson von der Linksaussenposition per Kempa-Trick zum viel umjubelten 10:11 Anschlusstreffer (27:40). 80 Sekunden später hätte dann Renato Rui für den Ausgleich sorgen können, scheiterte jedoch freistehend an Marcus Cleverly und den daraus resultierenden Ballgewinn nutzte postwendend Vladimir Goldin zum 10:12 Halbzeitstand. Die zweite Halbzeit sollte dann von Spannung, Kampf und Dramatik geprägt sein und die Nordfrost Arena wurde zum Tollhaus.
Auch der Beginn der zweiten Halbzeit gehörte den Gästen, die ihre Führung auf vier Tore ausbauten (10:14 32.20). Jedoch kämpfte der WHV weiter um jeden Ball und verkürzte bis zur 35.Minute leicht auf drei Tore (12:15), ehe nun sechs sicherlich denkwürdige WHV- Minuten anbrechen sollten. Zunächst sorgte Johannes Krause nach Anspiel von Rechtsaußen durch Johan Andersson per Kempa- Trick für das zwischenzeitliche 13:15 (36:08). 52 Sekunden später sollte es zur Wiederholung kommen. In einer Unterzahlsituation spielte Michael Binder von Linksaussen auf Johan Andersson, der aus dem rechten Rückraum kommend per Kempa- Trick unter dem Jubel der Fans den Anschlusstreffer zum 14:15 erzielte. Johan Andersson war es auch vergönnt per Siebenmeter für den 16:16 Ausgleich zu sorgen (39:50), ehe nun die Nordfrost Arena zwei Mal toben sollte. Zunächst hielt Holger Eilts in der 40. Minute zunächst zwei Mal hintereinander Würfe aus dem TVE Rückraum, ehe dann auch noch Stefan Thünemann freistehend am Kreis scheiterte und Holger die dritte Parade in Folge bescherte. Den resultierenden Ballgewinn nutzte dann Gustaf Samuelsson in der 41. Minute, um unter dem Jubel der Fans die erstmalige WHV- Führung zum 17:16 zu erzielen. Die Halle tobte und Gustaf rannte mit ausgestreckten Armen zurück in die Abwehr.
In den folgenden Minuten blieb die Partie äußerst spannend. Zunächst ging der Gast mit 18:20 in Führung (45.44), jedoch schlug der WHV postwendend zurück und glich nicht nur zum 20:20 aus (50:52), sondern sollte dank wiederum Gustaf Samuelsson und Johannes Krause mit 22:20 in Führung gehen (52:36). Es folgte eine hochdramatische Schlussphase. Zunächst verkürzte Stefan Thünemann auf 22:21 (53:08), ehe nun Bastian Rutschmann seinen einzigen Einsatz haben sollte, der jedoch hoch effektiv war. So entschärfte er einen Siebenmeter von Eelco Weevers, wobei jedoch der WHV im folgenden Angriff die Möglichkeit zur zwei Tore Führung vergab. Vielmehr glich Emsdetten in der 55. Minute dank des starken Stefan Thünemann zum 22:22 aus und auch in der 58. Minute stand es unentschieden (23:23), ehe nun ein Krimi begann.
Zunächst vergab Johan Andersson 50 Sekunden vor dem Ende die Chance zur Führung. Im Gegenzug sorgte Kennie Boysen frei aus dem Rückraum für die 23:24 Führung des TVE (59:39) und Klaus-Dieter Petersen nahm 20 Sekunden vor dem Ende seine Auszeit. Mit Christian Köhrmann für Holger Eilts als 7. Feldspieler versuchte der WHV alles und blieb zunächst in der Abwehr hängen, Freiwurf und sechs Sekunden auf der Uhr. Die letzte Aktion sollte dann die Entscheidung bringen, Pass von Christian Köhrmann auf Johan Andersson, der drei Sekunden vor dem Ende aus dem rechten Rückraum den Ball über den Kopf von Marcus Cleverly in das Tor zum 24:24 Endstand wuchtete. Die unmittelbare Reaktion auf dem Feld: Trauer beim TVE, ein knieender Johan mit hoch gestreckten Armen und jubelnde WHV- Fans und Spieler, die einen Punktgewinn feierten.
Beim WHV überragten sowohl Holger Eilts (24 Paraden (50 Prozent abgewehrte Bälle) als auch Johan Andersson mit neun Toren. Bei Emsdetten gefiel Stefan Thünemann mit sieben Treffern.
Stimmen zum Spiel:
Holger Eilts (Wilhelmshavener HV): Das war heute eine super Leistung vom Team. Wir haben 60 Minuten gut in der Abwehr gespielt und nicht so einen Abfall wie in den letzten Minuten gegen Varel gehabt. Im Angriff haben wir leider ein paar Dinger nicht rein gemacht, was man auch am Ergebnis sieht, denn mit einem Tor mehr gewinnen wir die Partie. Am Ende haben wir aber einen Punkt verdient gewonnen.
Lars Walter (Trainer TV Emsdetten): Ich bin heute mehr oder weniger zufrieden. Wir haben heute ein gutes Spiel mit gutem Kampf vor einer guten Kulisse gesehen. Es gibt Mannschaften, die passen nicht so gut zu uns und dazu gehört anscheinend der WHV. Am Ende ist es Schade, dass wir das Tor kassieren, jedoch muss man anerkennen, dass es auch ein schönes Tor war. Man kann heute entweder sagen, dass wir schlecht geworfen oder das Holger Eilts gut gehalten hat. So haben wir zu viele Bälle auf den Körper und halb hoch geworfen, wodurch Holger Eilts auch immer mehr Selbstvertrauen bekam. Am Ende bin ich jedoch nach einem guten Spiel mit dem einen Punkt zufrieden.
Klaus-Dieter Petersen (Trainer Wilhelmshavener HV): Heute haben wir ein Handballspiel gesehen, was wir schon seit längerer Zeit nicht mehr in der Nordfrost Arena erlebt haben. Dieses war geprägt von tollen Kampf und vollem Einsatz um jeden Ball. Am Ende haben wir verdient einen Punkt gewonnen. Zwar ist solch ein Tor in letzter Sekunde auch immer mit Glück verbunden, aber man kann sich auch Glück erarbeiten, was wir über 60 Minuten getan haben. Zudem möchte ich mich bei den Fans für die tolle Unterstützung bedanken und hoffe, dass auch im nächsten Spiel kommen und uns wieder so tatkräftig unterstützen. Unter der Woche hatten wir viele angeschlagene Spieler, darunter Christian Köhrmann und Tobias Schröder, auf die ich heute auch bis auf wenige Minuten bewusst verzichtet habe, da wir in den kommenden Wochen noch etwas von ihnen haben wollen. Daher musste ich heute etwas umbauen. Manche Phasen waren dabei gut, manche zeigten aber auch das alte Leiden wieder. So haben wir nicht den Ball weiterlaufen lassen und sind zu oft im Block des TVE gescheitert. In der zweiten Halbzeit hat dann Gustaf Samuelsson gezeigt, dass er auf der Mitte spielen kann. Er hatte das Heft in der Hand und hat mit vielen Kreuzbewegungen die Achse Johan Andersson/Lasse Arvidsson ins Spiel gebracht. Heute gehen alle froh nach Hause und wir werden mit der gleichen Euphorie auch am Freitag in Magdeburg auflaufen.
Wilhelmshavener HV : TV Emsdetten 24:24 (10:12)
WHV: Eilts (1.-60./ 24 Paraden), Rutschmann (bei einem Siebenmeter 1 Parade), Andersson 9/3, Arvidsson 7, Krause 3, Samuelsson 2, Kelm 1, Binder 1, Rui 1, Hesslein, Schröder, Drechsler , Staszewski (n.e.), Padeken (n.e.)
TV Emsdetten: Cleverly (1.-60./ 14 Paraden), S. Thünemann 7, Weevers 7, Boysen 3, Miljak 3, Waltermann 1, Kvalvik 1, Cordes 1, Goldin 1, Babin (n.e.), M. Thünemann (n.e.), Reiser (n.e.), Boese (n.e.)
Zuschauer: 2050
Schiedsrichter: Becker/Hack
Strafminuten: 4 (Rui und Krause)/6 (Miljak zweimal und Thünemann)
Siebenmeter: 3/3– 2/1 (Weevers scheitert an Rutschmann)
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 30. April 2009 um 08:50 Uhr
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