WHV trennt sich mit 36:36 von Rostock

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Am gestrigen Abend stand für den WHV das letzte Heimspiel der Saison 2008/09 auf dem Programm. In der bisher torreichsten Partie der Saison trennte sich dabei der WHV von Empor Rostock mit 36:36, wobei am Ende aber vielmehr Emotionen und Tränen im Vordergrund standen. So verabschiedete sich der WHV nämlich von sieben Spielern, darunter langjährige Leistungsträger und Publikumslieblinge. Im Einzelnen waren dies Johannes Krause, Johan Andersson, Gustaf Samuelsson, Bastian Rutschmann, Renato Rui, Michael Binder und Dominic Kelm.

Zu Beginn der Partie begann der WHV, bei dem Christian Köhrmann ausfiel, mit Tobias Schröder, Lasse Arvidsson und den fünf scheidenden Spielern Gustaf Samuelsson, Michael Binder, Johan Andersson, Renato Rui und Bastian Rutschmann zwischen den Pfosten.

Dem gegenüber standen auf Seiten von Rostock Torben Ehlers, Jens Dethloff, Michael Höwt, Rene Gruszka, Sasa Todosijevic, Sven Thormann und im Tor agierte Oliver Schröder.

In einer schnellen Partie erwischte der WHV einen Blitzstart und führte nach 1:30 Minuten mit 2:0. Dieser Vorsprung hatte bis zur 4. Minute beim Stande von 4:2 Bestand, ehe nun Rostock besser in die Partie kam. So glich Empor dank Fehlern des WHV nicht nur zum 4:4 aus (5:21), sondern ging sogar in der achten Minute dank Sven Thormann erstmals mit 4:5 in Führung. Jedoch glich postwendend Gustaf Samuelsson zum 5:5 aus und die Partie blieb in der Folge zunächst eng. Nach einem Unterhandhammer von Tobias Schröder und einem Tempogegenstoß von Johan Andersson mit anschließendem Gruß an die Fans setzte sich der WHV in der 13. Minute wieder mit zwei Toren ab (9:7). Diesen Vorsprung baute unser Team dank einer konzentrierten Angriffsleistung bis auf drei Tore aus (11:8   17. Minute).

Über 12:9 (Tor des sechsten Abganges Johannes Krause), und 13:10 führte der WHV in der 27. Minute mit 15:12, woran auch leichte Gästetore von Thorben Ehlers und Sasa Todosijevic nichts ändern konnten. Ab der 27. Minute bekam nun auch der letzte Abgang Dominic Kelm Spielanteile und der WHV sollte in den letzten drei Minuten die Führung noch weiter ausbauen. So sorgte Tobias Schröder für die erstmalige vier Tore Führung, als er vier Sekunden vor dem Halbzeitpfiff von der linken Rückraumposition mit einem Hammer in den rechten Winkel zum 17:13 beide Teams in die Kabinen schickte. Anhand des Halbzeitstandes und 30 Toren zeigte sich schon, dass beide Abwehrreihen nicht sehr aggressiv zu Werke gingen, was sich auch in der Folge fortsetzte.

Den besseren Start in die zweite Halbzeit erwischten die Gäste von der Ostsee. So nutzte man eine zwei Minute Strafe gegen Tobias Schröder und kam dank Treffer von Sasa Todosijevic und des starken Rechtsaussen Rene Gruszka wieder bis auf zwei Tore heran (17:15    32. Minute). Johan Andersson sorgte mit seinem Treffer wieder für eine drei Tore Führung und in den folgenden Minuten sollte sich dieses Wechselspiel immer wiederholen. Dabei sollte dann in der 35.Minute der Treffer des Tages fallen. So traf Thorben Ehlers im Empor- Angriff nur den Pfosten und den zurückspringenden Abpraller wollte Torwart Oliver Schröder wieder ins Spiel bringen. Jedoch ging der Ball ins Aus, Michael Binder schaltete am schnellsten und traf direkt von der Seitenauslinie gegen den zurückeilenden Oliver Schröder ins leere Tore zum 20:17 unter dem Jubel der 1.200 Fans. Bedingt durch WHV- Fehler kam der Gast durch leichte Tore von Thorben Ehlers und Rene Gruszka wieder heran und glich in der 39. Minute dank Michael Höwt zum 22:22 aus. Jedoch beeindruckte das den WHV wenig und Johan Andersson und Lasse Arvidsson brachten den WHV in der 41. Minute wieder mit zwei Toren in Front (24.22). Gegen weiterhin nicht kompakte Abwehrreihen setzte sich das muntere Torwerfen fort und der WHV hielt bis zur 44. Minute beim 28:26 den Vorsprung.

Empor schlug jedoch zurück und glich in der 46. Minute zum 28:28 aus. Die postwendende Antwort des WHV: Tor aus spitzem Winkel von Rechtsaussen durch Fabian Hesslein (30:29  47. Minute) und ein frecher Siebenmeterdreher von Tobias Schröder zum 31:29 (49. Minute). Aber wiederum zeigte Rostock Moral, glich zum 31:31 aus und Michael Höwt sorgte per Tempogegenstoß für die 31:32 Führung (51. Minute), ehe nun eine spannende Schlussphase eingeläutet wurde. Zunächst hielt Bastian Rutschmann in der 52. Minute einen Siebenmeter von Sasa Todosijevic und sorgte mit seiner herausgeschrienen Freude für Jubel in der Arena. Der WHV erspielte sich bis zur 54. Minute dank Treffern von Johannes Krause und Michael Binder wieder eine zwei Tore Führung (34:32), die auch in der 56. Minute noch Bestand hatte (36:34) und somit alles auf einen Heimsieg deutete. Jedoch verkürzte der gute Jens Dethloff vom Kreis zum 36:35 (56:36) und es blieb spannend bis in die Schlussminute. 57 Sekunden vor dem Ende scheiterte dann Johannes Krause unter Zeitspiel an Jörg-Uwe Lütt, im Gegenangriff glich Empor dank des starken Thorben Ehlers zum 36:36 aus (59:32). Den letzten Angriff hatte somit der WHV und vier Sekunden vor dem Ende nahm dann Tobias Schröder das Heft in die Hand, setzte seinen Wurf aber über das Tor, so dass am Ende ein 36:36 Unentschieden stand. Die Heimserie hielt somit auch im letzten Heimspiel, aber am Ende jubelte nur Empor über den Auswärtspunkt, der WHV trauerte nicht nur über den verlorenen Punkt, sondern auch um seine scheidenden Spieler, die im Anschluss von Seiten des Vereins verabschiedete wurden.

Dabei bedankten sich ausnahmslos alle sieben Spieler für die tolle Unterstützung bei den Fans und Zuschauern. So betonte Johannes Krause, dass er in diesem Jahr in der besten und tollsten Halle mit den tollsten Fans der Liga gespielt hat. Auch Johan Andersson und Gustaf Samuelsson dankten den Fans für die tolle Unterstützung und bedankten sich zudem auch beim Team. Bastian Rutschmann reihte sich ein und fand die Unterstützung der Fans einsame Klasse und zog den Hut davor. Er wäre auch gerne länger in Wilhelmshaven geblieben, wird aber dieses eine Jahr in Wilhelmshaven nie vergessen. Auch Dominic Kelm („zwei wunderschöne Jahre in Wilhelmshaven“) und Michael Binder dankten den Fans, wobei Michael besonders die Unterstützung der Fans und Zuschauern in schwierigen Zeiten heraushob und nochmals lobte. Am emotionalsten wurde es dann bei Publikumsliebling Renato Rui, der den längsten Applaus aller bekam. Mit Tränen in den Augen bedankte er sich ebenfalls für die Unterstützung und die Atmosphäre in der Arena, von der er sein ganzes Leben lang erzählen wird. Zudem freute er sich jedes Mal, wenn die Zuschauer seinen Namen (Ruiiiiiiii) in den drei Jahren in der Arena riefen. Abschließend beendete Kapitän Christian Köhrmann mit einigen Worten die Verabschiedung, wobei er betonte, dass es mit der Mannschaft immer viel Spaß gemacht hat. So hat er alle lieb gewonnen, da es nicht nur im Handball, sondern auch menschlich gepasst hat, so dass er die Sieben sehr vermissen wird, denen er viel Erfolg bei ihren neuen Clubs wünscht.


 
   Stimmen zum Spiel:

 
Lars Rabenhorst (Trainer Empor Rostock): Wir freuen uns über den Auswärtspunkt, da wir bisher nur in Aurich einen Auswärtssieg feiern konnten. Für uns war heute positiv, dass mit Christian Köhrmann die Schaltzentrale beim WHV ausfiel. Meinem Team muss ich in der zweiten Halbzeit ein Kompliment für ihren Kampfgeist machen. In der ersten Halbzeit war es hingegen peinlich, wie sich mein Team präsentiert hat, da sie sich nur gegenseitig angemacht haben. In der zweiten Halbzeit ist mein Team durch Kampfgeist wieder rangekommen und ist dann in Führung gegangen. Am Ende vergibt Thorben Ehlers zwei freie Chancen, so dass wir fast noch gewonnen hätten. Jedoch bin ich mit dem Punktgewinn zufrieden, da der WHV im letzten Angriff die Chance zum Sieg hatte. Es war auf jeden Fall eine schöne Auswärtstour. 

 
Klaus-Dieter Petersen (Trainer Wilhelmshavener HV): Sicherlich war es heute eine schwierige Situation, da wir im Vorfeld angespannt waren. So verlassen sieben Spieler den Verein, was sich auch darin zeigt, dass aus der Anfangsformation fünf Spieler im nächsten Jahr hier nicht mehr spielen, was traurig ist. Trotzdem sind wir vernünftig ins Spiel gekommen und haben mit einer guten Leistung bis zur Halbzeit mit 17:13 geführt. In der zweiten Halbzeit wollten wir dann nur noch so schnell wie möglich Tore werfen und haben dabei in der Abwehr das Verhindern von Toren vergessen und dadurch viele leichte Tore bekommen. Dieses ist aber der Situation geschuldet, da jeder noch mal alles zeigen wollte. So hat die Mannschaft heute kämpferisch alles gegeben und nach vorne gespielt. In der Rückzugsphase haben wir dann einiges liegen gelassen. Mit dem verdienten Ausgleich hat uns dann Rostock in die Realität zurückgeholt. Heute überwiegt aber die Trauer, dass uns sieben Spieler verlassen. Vor uns stehen aber noch zwei unbequeme Gegner, ehe dann die Sommerpause ansteht. In den nächsten zwei Jahren werden wir dann hier wieder etwas aufbauen.

 
  Wilhelmshavener HV : Empor Rostock   36:36     (17:13)

 
WHV: Rutschmann (1.-38. / 48.-60. / 15 Paraden), Eilts (39.-47./ 2 Paraden), Schröder 9/2, Samuelsson 6, Arvidsson 5, Andersson 5, Binder 4, Krause 3, Hesslein 2, Kelm 1, Rui 1, Maas (n.e.), Drechsler (n.e.) 

Empor Rostock: Schröder (1.-42./ 10 Paraden),Lütt (43.-60./ 6 Paraden), Gruszka 8, Dethloff 7, Ehlers 7, Todosijevic 6/1, Höwt 4, Thormann 3, Sanftleben 1, Charalampos, Zemlin, Strube (n.e.), Handschke (n.e.), Molt (n.e.) 

Zuschauer: 1200
Schiedsrichter: Berning/Thiemann
Strafminuten: 6 (Andersson, Schröder und Rui)/10 (Sanftleben zweimal, Dethloff zweimal und Ehlers)
Siebenmeter: 2/2 – 2/1 (Todosijevic scheitert an Rutschmann)
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 13. Juli 2009 um 16:08 Uhr  

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