Erwartete Heimniederlage gegen Spitzenreiter Flensburg



Geschrieben von: WHV-Webteam
Sonntag, den 30. Dezember 2007 um 03:00 Uhr
Mit der erwarteten Niederlage im letzten Heimspiel des Jahres geht der Wilhelmshavener HV in die Europameisterschaftspause. Am gestrigen Samstagnachmittag verlor der WHV zwar mit 27:40 gegen Flensburg, jedoch zeigte die Mannschaft trotz der sich abzeichnenden Niederlage über 60 Minuten eine kämpferische Leistung, die von Seiten des Publikums mit Standing Ovations gewürdigt wurde.
Vor 2.455 Zuschauern in der in dieser Saison erstmals ausverkauften Nordfrost Arena begann der WHV im Gegensatz zu den letzten Spielen mit einer veränderten Anfangsformation. So begannen auf Seiten des WHV Gylfi Gylfason, Kristijan Ljubanovic, Michael Binder, Milan Vucicevic, Dominic Kelm und Christian Köhrmann, wobei Dominic Kelm fortan auf der Linksaußenposition, Michael Binder im linken Rückraum und Christian Köhrmann auf der Rückraummitte agierten. Diese Umstellungen waren von Nöten, da Oliver Köhrmann aufgrund einer gebrochenen Nase, die er sich im letzten Spiel gegen Minden zuzog, nicht einsatzfähig war. Im Tor stand zudem Jendrik Meyer, der Adam Weiner ersetzte, der aufgrund einer Bronchitis nur bei zwei Siebenmetern und in den letzten zwei Minuten zur Verfügung stand. Dem gegenüber stellten sich auf Seiten der Flensburger Johnny Jensen, Blazenko Lackovic, Anders Eggert, Torge Johannsen, Marcin Lijewski und Michael Knudsen. Im Tor begann Dan Beutler.
Zu Beginn der Partie stellte der WHV- Angriff die Flensburger Abwehr vor einige Probleme. Mit schnell vorgetragenen Angriffen, die sich zudem durch viel Bewegung auch ohne Ball auszeichneten, hatte der WHV den besseren Start in die Partie. So fand man dadurch einige Lücken in der Flensburger Abwehr, die Kristijan Ljubanovic nutzen konnte. So brachte er den WHV nach 50 Sekunden zum ersten und letzten Mal mit 1:0 in Führung. Jedoch schaffte Flensburg postwendend den Ausgleich und sollte fortan die Partie bestimmen. Mit einer kompakten 6:0 Abwehr und einem guten Dan Beutler zwang Flensburg den WHV zu Fehlwürfen und technischen Fehlern. Diese Fehler nutzte die SG kompromisslos zu leichten Toren aus dem Rückraum, so dass man nach sieben Minuten mit 2:5 in Führung ging. Dieser drei Tore Vorsprung von Flensburg hielt bis zur 22.Minute. Zwar kam der WHV zwischenzeitlich bis auf zwei Tore heran (6:8 11.Minute), aber speziell der Flensburger Rückraum konnte mit leichten Toren immer den alten Vorsprung wieder herstellen. Zwischen der 22.-28.Minute zog dann die SG erstmals bis auf sechs Tore davon. So erhöhte erst Kasper Nielsen auf 12:16, ehe dann der starke Michael Knudsen nach einem Fehlwurf von Milan Vucicevic das 12:17 erzielte. Kasper Nielsen war es mit seinem Treffer per Tempogegenstoß zum 12:18 dann vergönnt, neben der erstmaligen sechs Tore Führung gleichzeitig auch für den Halbzeitstand zu sorgen.
Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit sollte sich am Spielverlauf nichts ändern. Flensburg dominierte die Partie gegen einen weiterhin verbissen kämpfenden WHV und hatte zudem den besseren Start. So baute Flensburg seinen Vorsprung weiter aus, der in der 38.Minute nach einem Treffer von Torge Johanssen beim Stande von 15:23 erstmalig acht Treffer betrug. In der 44.Minute brachte dann Lars Christiansen die SG mit zehn Toren in Führung (16:26). So produzierte der WHV zu viele technische Fehler und Fehlwürfe, die Flensburg eiskalt mit Tempogegenstößen und leichten Rückraumtoren bestrafte. Zudem merkte man dem WHV- Kader nun an, dass immer mehr die Kräfte nachließen, was auch nicht verwunderlich war, da die Anfangsformation bis auf einen Wechsel Milan Vucicevic -Tobias Schröder in der Deckung die kompletten 60 Minuten durchspielen musste. Trotzdem kämpfte der WHV weiterhin verbissen um jedes Tor und versuchte trotz der feststehenden Niederlage weiterhin alles, um den Vorsprung der Flensburger zu verringern. Jedoch baute die SG durch ihren weiterhin stark aufspielenden Rückraum ihren Vorsprung noch weiter aus, so dass in der 50. Minute Kasper Nielsen die SG mit 13 Treffern zum Stande von 20:33 in Führung brachte. Am Ende blieb es bei diesem 13 Tore Vorsprung und es siegte dann die SG Flensburg-Handewitt mit 27:40 gegen den WHV, der jedoch über die gesamten 60 Minuten vor allem kämpferisch überzeugte. Somit geht die SG als Tabellenführer in die EM-Pause. Der WHV geht auf dem 15.Rang in die wohlverdiente Pause, wobei aufgrund der Ergebnisse des restlichen Tages der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz nur noch einen Punkt beträgt.
Beim WHV überzeugte Gylfi Gylfason, der wie schon in Minden acht Treffer erzielen konnte. Außerdem fielen Kristijan Ljubanovic und Christian Köhrmann mit ihren unermüdlichen Kampfeswillen auf.
Beim Gast aus Flensburg überzeugte der starke Rückraum mit Blazenko Lackovic, Kasper Nielsen und Marcin Lijewski, die jeweils fünfmal trafen. Zudem machte Kreisläufer Michael Knudsen mit fünf Treffern eine gute Partie.
Stimmen zum Spiel:
Kent Harry Andersson (Trainer SG Flensburg-Handewitt): Am 16.Mai ist in Norwegen Nationalfeiertag. Am letzten Nationalfeiertag habe ich hier verloren, wobei der WHV an diesem Tag viele verletzte Spieler hatte. Heute hatten wir die Fortsetzung unter denselben Voraussetzungen. So fehlten beim WHV heute wiederum einige wichtige Spieler mit Verletzungen. Wir sind jedoch mit der Motivation in das Spiel gegangen, dass wir dieses unbedingt gewinnen wollten. Nach einem Sieg wären wir dann nämlich einen Monat der Spitzenreiter aufgrund der EM-Pause. Wir sind heute viel gelaufen und haben zudem einige Tempogegenstoßtore gemacht. Zudem stand unsere Abwehr. 40 Tore im Angriffe sind sehr gut. Abschließend möchte ich noch zum WHV sagen, dass man diese Mannschaft nie unterschätzen darf. Sie zeigen immer ein kollektives Spiel und es ist immer gefährlich, gegen sie zu spielen, da sie nie die Bälle planlos wegwerfen.
Michael Biegler (Trainer Wilhelmshavener HV): Ich muss heute etwas länger ausholen. Es ist aufgrund der Spielerausfälle schon seit Wochen ein Ritt auf der Rasierklinge. Heute hatten wir die Fälle Adam Weiner und Oliver Köhrmann. Dabei musste man die Sorge um einen längeren Ausfall oder den Spieleinsatz abwägen, wobei die Sorge eines längerfristigen Ausfalls hierbei höher war. Der Wille von Seiten der Spieler hat hier nicht gefehlt, jedoch waren die Konsequenzen für die Spieler in diesem Falle höher einzuschätzen. Beide wollten soviel wie möglich tun, um dem Kader zu helfen und haben sich deswegen auch auf die Bank gesetzt. Jedoch habe ich auch eine Verantwortung sowohl für die Mannschaft als auch für den Verein. Da Oliver Köhrmann sich in Minden die Nase gebrochen hat, hätte nur ein Schlag auf die Nase gelangt und es wäre zwangsläufig zu einem längeren Ausfall gekommen, wodurch Oliver auch nicht die Vorbereitung auf die Rückrunde hätte bestreiten können. Adam Weiner hat eine verschleppte Bronchitis, wodurch ein Torwartwechsel nicht möglich war. Beide hatten vor Beginn der Partie ein klares Verbot der Ärzte, aber sie wollten trotzdem auf die Bank, um der Mannschaft ein paar Minuten zu helfen. Jedoch muss ich über die Partie hinausschauen. Wir wollten heute 60 Minuten das abrufen, was noch geht. Daher habe ich heute auch eine etwas überraschende Aufstellung gewählt. Diese 5:1 Variante habe ich gewählt, um Wollen und Beweglichkeit zu zeigen. Anfangs waren wir dadurch nur 3-4 Tore weg. Am Ende fehlten uns dann jedoch die Alternativen. So lange es ging, haben jedoch die Spieler alles gegeben. Außerdem hat auch heute wieder die Halle alles gegeben. Vielen Dank für die Unterstützung im Jahr 2007, auch wenn es in diesem Jahre auch einige schwierige Phasen gab. Von meiner Seite und dem Team wünschen wir Ihnen einen guten Rutsch ins neue Jahr. Unterstützen Sie auch das Team wieder ab dem 16.2., wenn es dann mit personeller Verbesserung weitergeht.
Wilhelmshavener HV: SG Flensburg-Handewitt 27:40 (12:18)
WHV: Meyer (1.-57.), Weiner (58.-60., ein Siebenmeter (30.)), Gylfason 8/1, Vucicevic 5/1, Schröder 4/2, C. Köhrmann 4, Ljubanovic 3, Binder 3, Kelm, Bonath, O. Köhrmann
SG Flensburg-Handewitt: Beutler (1.-48.), Sijan (49.-60., zwei Siebenmeter), Christiansen 6/2, Lijewski 5, Nielsen 5, Lackovic 5, Knudsen 5, Eggert 4/2, Mogensen 3, von Behren 2, Holmgeirsson 2, Petersson 2, Johanssen 1, Jensen
Zuschauer: 2.455 (ausverkauft)
Schiedsrichter: Methe/Methe
Strafminuten: 8/ 8
Siebenmeter: 6/ 4 (C.Köhrmann scheitert an Beutler/ Schröder wirft neben das Tor) – 5/ 4 (Eggert scheitert an Weiner)
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 01. Juli 2008 um 08:13 Uhr
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