WHV stellt duales Ausbildungssystem vor



Montag, den 10. August 2009 um 19:01 Uhr
Der Wilhelmshavener HV stellte heute auf einer Pressekonferenz in den Räumen der Firma Royal Greenland ein neues Ausbildungssystem vor, welches zusammen mit der IHK Oldenburg entwickelt wurde. Der Kern dieses Ausbildungssystem sieht eine Verknüpfung zwischen der Lehre und dem Handballsport vor, so dass in diesem Zusammenhang von einem dualen System gesprochen werden kann.
An diesem System haben sich bisher die Firmen tell-mi, Volksbank Wilhelmshaven und der Gastgeber Royal Greenland beteiligt, welche das Projekt zusammen mit der IHK und dem Wilhelmshavener HV heute erstmals vorstellten. Im einzelnen waren Vertreten der Geschäftsführer des Standortes Royal Greenland in Wilhelmshaven, Carsten Kyster, der Ausbildungsleiter der IHK Oldenburg Reinhold Munck, der Geschäftsführer für Aus- und Weiterbildung der IHK Oldenburg Dr. Thomas Hildebrandt, die Schulleiterin der BBS I in Wilhelmshaven Elke Schnitger, der Vorstand der Volksbank Wilhelmshaven präsentiert durch Günter Dresen, die Prokuristin der Volksbank Wilhelmshaven Martina Endres, die Prokuristin der Firma tell-mi Lio Nielsen und die Leiterin der Personalabteilung von Royal Greenland Wilhelmshaven Bettina Kirschner. Von Seiten des WHV waren neben Manager Dieter Koopmann und Trainer Klaus-Dieter Petersen auch Evgeny Vorontsov, Tobias Hesslein und Martin Waschul erschienen, die als erste dieses neue Ausbildungssystem durchlaufen werden, welches bereits seit dem 1. August begonnen hat. So hat Martin Waschul eine Ausbildung bei der Firma Royal Greenland bekommen und Evgeny Vorontsov hat bei der Firma tell-mi eine Ausbildung zum IT System Kaufmann begonnen. Im nächsten Jahr, genauer am 1. August 2010, wird dann Tobias Hesslein eine Ausbildung bei der Volksbank Wilhelmshaven zum Bankkaufmann beginnen.
Nach der offiziellen Begrüßung durch WHV- Manager Dieter Koopmann und einer kurzen Vorstellung aller beteiligten Personen ging Dieter Koopmann kurz auf die Gründungsgeschichte dieses neuen Systems ein. So war ihm klar, dass eine 40 Stunden Ausbildung plus 30-35 Stunden Sport in Form von Training und Spielen pro Woche auf die Dauer nicht möglich sind. So leidet sowohl in der Ausbildung als auch im Sport durch die Belastung die Konzentrationsfähigkeit, so dass sich sowohl Klaus-Dieter Petersen als auch Dieter Koopmann Gedanken über eine neue Form der Ausbildung gemacht haben und diese schließlich dank des Einsatzes der IHK Oldenburg in Form des dualen Ausbildungssystems in die Tat umsetzen konnten. Dafür dankte Dieter Koopmann nicht nur der IHK Oldenburg, sondern auch den teilnehmen Firmen, die diesen nicht einfachen, aber lohnenden Weg mit eingeschlagen haben.
Dr. Thomas Hildebrandt stellte dann im Anschluss den anwesenden Vertretern das System genauer vor, wobei es insgesamt zwei Kernpunkte umfasst. Zum einen wird die Ausbildungswochenzeit von 40 auf 30 Stunden verkürzt. Zum anderen wird aber die Gesamtdauer der Ausbildung von drei auf vier Jahre gestreckt. Mit Hilfe dieser Connecting Career ( COCA) möchte man die Ausbildung mit dem Leistungssport verknüpfen und dem Sportler nicht nur eine Absicherung nach dem Handballsport liefern, sondern auch den Sportler etwas vom Leistungsdruck nehmen. Um dieses reibungslos zu bewerkstelligen, soll den Auszubildenen zudem ein Coach zur Seite gestellt werden, der in beiden Bereichen Beruf und Leistungssport Erfahrungen hat und Ihnen in der spannenden Zeit als Ratgeber zur Verfügung steht. Insgesamt wurde somit etwas komplett Neues entwickelt, was aus Sicht von Dr. Thomas Hildebrandt Modellcharakter für den Kammerbezirk der IHK hat und nicht nur auf die Region beschränkt werden sollte. So betonte WHV- Trainer Klaus-Dieter Petersen, dass man mit diesem System ein Instrument geschaffen hat, was den deutschen Sport insgesamt helfen kann. So können die Betriebe einfacher planen, da der Auszubildende trotz einer verkürzten Wochenzeit in den verlängerten vier Jahren alles lernt. Dadurch wird eine Ausbildung plus Leistungssport ermöglicht, in der dem Sportler das Problem des Leitungsdruckes etwas erleichtert bzw. abgenommen wird.
Bei der Umsetzung dieses Systems standen aber alle Beteiligten vor einem großen organisatorischen Aufwand. So betonte beispielsweise Günter Dresen von der Volksbank Wilhelmshaven, dass man schon ein Herz für Sport haben muss, denn neben der Organisation gab bzw. gibt es auch zukünftig sicherlich das ein oder andere Problemchen. Hierbei können beispielsweise Konflikte mit anderen Auszubildenden bezüglich der verkürzten Arbeitszeit entstehen. Dieses Konflikte in Punkto Neid sollte man dann schnell aus dem Weg räumen bzw. im vor hinein die Mitarbeiter auf die neue Situation vorbereiten. In diesem Zusammenhang betonte Dieter Koopmann, dass die Spieler sich nicht aufgrund der verkürzten Arbeitszeit besser gegenüber anderen Auszubildenden fühlen sollten, Vielmehr sollten Sie im Team arbeiten und in diesem Zusammenhang auch für Ihren Sport werben. So stehen aus seiner Sicht die Spieler insgesamt vor einer schweren Ausbildung und einer harten Schule, an derem Ende man aber reif für das Leben ist. Aufgrund der erst einwöchigen Ausbildungsdauer konnten Martin Waschul und Evgeny Vorontsov noch wenig in Punkto Erfahrungen berichten. wobei Martin mit der Aussage: “Der Wecker klingelt etwas früher.“ doch für den ein oder anderen Lacher sorgte.
Abschließend lässt sich somit sagen, dass sowohl der Wilhelmshavener HV und insbesondere die am System teilnehmenden Spieler als auch die Firmen von dieser neuen Ausbildung profitieren. So haben die Spieler nach dem Ende der Ausbildung etwas in der Hand und können nach einem möglichen frühzeitigen Karriereende beispielsweise durch Verletzungen in ihren gelernten Job zurückkehren. Zum anderen wird ihnen durch diese Ausbildung etwas vom Leistungsdruck genommen.
Für die Firmen selbst ist diese neue Form der Ausbildung sicherlich trotz eines erhöhen Organisationsaufwandes als guter Werbeeffekt zu sehen, wobei in diesem Zusammenhang noch einmal recht herzlich den Firmen gedankt werden sollte. Im kommenden Jahr setzt der WHV mit Tobias Hesslein und Rene Drechsler dieses Ausbildungssystem fort und vielleicht haben sich bis dahin auch schon weitere Vereine in Deutschland für diese duale Ausbildungsform entschieden und umgesetzt.
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