Bittere Ausw

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Der Wilhelmshavener HV bestritt am gestrigen Abend in der Kampa- Halle gegen GWD Minden seine vierte Partie innerhalb von elf Tagen. Wie in den drei vorherigen Partien musste man auch gestern eine am Ende verdiente, aber aus WHV- Sicht bittere Niederlage einstecken. Bitter aus dem Grunde, dass nun der Vorsprung zu einem Relegationsplatz für den WHV nur noch einen Punkt beträgt. Vor 3.200 Zuschauern begann der WHV wie gewohnt mit Gylfi Gylfason, Oliver Köhrmann, Christian Köhrmann, Michael Binder, Milan Vucicevic und Kristijan Ljubanovic. Im Tor stand Adam Weiner. In der Abwehr wechselten dann jeweils Dominic Kelm und Tobias Schröder mit Milan Vucicevic und Christian Köhrmann. Dem gegenüber stellten sich auf Seiten der Mindener Jiri Hynek, Jan-Fiete Buschmann, Moritz Schäpsmeier, Andreas Simon, Arne Niemeyer und Stephan Just. Im Tor stand Malik Besirevic.
Den besseren Start in die Partie erwischte die GWD. So ging man gleich nach einer Minute nach einem Treffer von Jan-Fiete Buschmann mit 1:0 in Führung. Diese Führung glich jedoch postwendend Milan Vucicevic aus. Es sollte jedoch der erste und auch letzte Ausgleich in der Partie sein, denn fortan bestimmte Minden die Partie. In der Folge biss sich nämlich der WHV an der aggressiven 6:0 Deckung der Mindener die Zähne aus. Gegen die früh herausrückenden Spieler hatten speziell die Rückraumschützen des WHV große Probleme zum Erfolg zu kommen, so dass zwangsläufig die WHV- Angriffe unter den Druck des Zeitspiels gelangten. Dadurch produzierte der WHV sowohl Fehlwürfe als auch technische Fehler. Diese Fehler nutzte seinerseits Minden mit schnellen Angriffen aus, wobei sich vor allem Stephan Just in den Vordergrund spielte. Gegen eine passive WHV- Deckung traf er in den ersten zehn Minuten fünfmal, so dass Minden in der 10.Minute mit 6:2 führte. Dieser Vorsprung hielt bis zur 14.Minute, ehe sich dann in das Angriffsspiel der Mindener einige Fehler einschlichen. Diese nutzte seinerseits der WHV aus, so dass man wieder Tor um Tor herankam und nach einem Treffer von Oliver Köhrmann in der 18.Minute bis auf ein Tor verkürzte (9:8). Jedoch sollte der WHV nicht ausgleichen können, was zum einen an der nach wie vor schwachen eigenen Deckung, als auch am nun im Mindener Rückraum agieren Michael Haaß lag. Dieser lenkte nun das Spiel auf der Rückraummitte und sorgte mit seinen Treffern dafür, dass sich Minden in der 23.Minute wieder mit vier Toren absetzte (12:8). Bis zur Pause baute Minden seinen Vorsprung bis auf fünf Tore aus, was vor allem an der starken Deckung und dem guten Malik Besirevic im Tor als auch an der besseren Effektivität im Rückraum lag. So wechselten beide Mannschaften beim Stande von 16:11 die Seiten.
Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte Minden den besseren Start. So setzte sich Minden zwischen der 30.-34. Minute von 17:11 auf 21:12 ab. Der WHV fand auch zu Beginn der zweiten Halbzeit keine Mittel gegen die starke Deckung der Mindener, wodurch man zwangsläufig Ballverluste produzierte, welche Minden mit leichten Toren aus dem Rückraum bestrafte. Arne Niemeyer sorgte dann in der 39.Minute mit seinem Treffer zum 23:13 dafür, dass Minden erstmals mit zehn Toren in Führung ging und somit schon zu diesem frühen Zeitpunkt die Partie letztendlich entschieden war. In der Folge verkürzte der WHV den Mindener Vorsprung dank eines starken Gylfi Gylfason zwar etwas, aber durch eigene Abspielfehler vergab man die Chance, noch näher an die Mindener zu kommen. Diese nutzten konsequent diese Fehler aus und stellten den alten zehn Tore Vorsprung wieder her, der bis zur 49.Minute anhielt. Dann schlichen sich jedoch in das Mindener Spiel einige Flüchtigkeitsfehler ein, die der WHV nutzte. So kam man in der 55.Minute nach einem Treffer von Milan Vucicevic zum 31:25 bis auf sechs Tore heran. Am Ende siegte dann Minden dank einer starken Deckung und einer starken Leistung sowohl von Stephan Just als auch von Neuzugang Michael Haaß verdient mit 33:26. Dadurch verkürzte Minden den Rückstand auf den WHV und den 15.Rang auf einen Punkt.
Bei Minden überzeugten sowohl Stephan Just mit sieben als auch Michael Haaß mit sechs Treffern.
Beim WHV überzeugte Gylfi Gylfason, der sich achtmal in die Torschützenliste eintrug.


Stimmen zum Spiel:

Michael Biegler (Trainer Wilhelmshavener HV): Gratulation an Minden zum verdienten Erfolg. Ich bin nach dem Spiel enttäuscht, dass wir die Partie nicht offener gestalten konnten. Nachdem ich die Deckung schon früh in der ersten Halbzeit reparieren musste, waren wir beim Stande von 9:8 wieder auf einem guten Weg. Dann haben wir uns aber wieder 2-3 Tore eingefangen. Diese Distanz ist dann über die gesamte Partie hindurch verblieben. Ich möchte der Mannschaft heute nicht das Engagement absprechen. Dieses zeigt die Mannschaft schon seit Wochen. Der Wille ist da, jedoch ist die Mannschaft im Moment ein bisschen auf. So ist der Zeitraum zu lang, dem sich die Mannschaft im Augenblick stellen muss. Minden hatte heute viel Zug zum Tor und war zudem sehr abschlussstark. Unserer Abwehr fehlte heute die Aggressivität und Entschlossenheit. Zudem konnte Adam Weiner nicht die gewünschten Impulse geben. Jedoch hat die Mannschaft bis zum Ende alles daran gesetzt, dass bestmögliche Resultat zu erzielen.

Richard Ratka (Trainer GWD Minden): Der Druck war heute groß. Wir mussten gewinnen. Die Mannschaft hat sich heute auch so präsentiert. Jeder meiner Spieler wusste, worum es geht. Wir haben heute mit dem WHV gegen eine besondere Mannschaft gespielt, die sich durch ihr diszipliniertes Spiel auszeichnet. Dadurch ist der WHV eine unbequem zu spielende Mannschaft, so dass ich vor dieser Partie sehr großen Respekt hatte. Jedoch hatten wir heute eine sehr aggressive Deckung. Zudem merkte man, dass wir im Gegensatz zum WHV, einen Spieler mehr haben, nämlich Michael Haaß. Durch ihn haben wir nun eine Alternative, was sich auch darin zeigt, dass wir nun die Möglichkeit haben, unsere Spielweise zu ändern, was man auch heute gesehen hat. Nach der 10-Tore Führung haben wir einige Flüchtigkeitsfehler produziert. Wir sind nun auf einem guten Weg. Es hat sich zudem gezeigt, dass sich die Geduld, auf den richtigen Spieler zu warten, gelohnt hat. So hilft Michael Haaß der Mannschaft, was sich schon im Spiel gegen Flensburg angedeutet, aber speziell heute gezeigt hat. Den Willen, den Klassenerhalt zu schaffen, sieht man der Mannschaft an. Mit dieser Form, Spielweise und Aggressivität sollte dieses Ziel auch erreichbar sein. Heute bin ich sowohl mit dem Sieg als auch mit dem Ergebnis voll zufrieden.


GWD Minden: Wilhelmshavener HV 33:26 (16:11)

Minden: Besirevic (1.-47.), Buhrmester (48.-60.), Just 7/3, Haaß 6, Simon 6, Niemeyer 5, Buschmann 5, Schäpsmeier 2, Henriksson 1, Cehajic 1, Hynek, Kunisch, Jonsson (n.e.), Bahl (n.e.), Auerswald (n.e.), Witte (n.e.)

WHV: Weiner (1.-14./30.-34.), Meyer (15.-30./35.-60.), Gylfason 8, Vucicevic 6/1, Ljubanovic 4, O. Köhrmann 3, C. Köhrmann 3/2, Binder 1, Bonath 1, Kelm, Schröder

Zuschauer: 3200
Schiedsrichter: Lemme/Ulrich
Strafminuten: 8/ 12
Siebenmeter: 4/ 3 (Just scheitert an Meyer) – 5/ 3 (C. Köhrmann scheitert an Besirevic/ Vucicevic scheitert an Buhrmester)

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 01. Juli 2008 um 08:13 Uhr  

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