12.09. aus dem aktuellen Spielheft (S.63): Wilhelms Einwurf



Geschrieben von: WHV-Webteam
Samstag, den 12. September 2009 um 13:00 Uhr
"Wilhelms Einwurf", so lautet der neue anonyme Kommentar in den Spielheften des WHV. Im aktuellen "Einwurf" geht es - natürlich angesichts des Heimspiels gegen die HSG Varel - um Lokalderbys.
Haben Sie sich schon
mal die Frage gestellt, warum man ein Derby als Derby bezeichnet...
Und wie ist die
Geschichte solcher Spiele mit dieser Brisanz? Was fasziniert Sportfans
überhaupt so daran, wo liegt der Reiz?
Sagt Ihnen der Begriff „Shrovetide-Fußballspiel" etwas?
Ursprung: „Shrovetide-Fußballspiel"
Wenn ja, dann sind Sie wahrlich
ein Kenner der Geschichte des Mannschaftssports, speziell was Derbys angeht!
Wenn nicht, dann sollten Sie
jetzt genau aufpassen und die nächsten Zeilen aufmerksam lesen!
Denn hinter dem Begriff „Derby"
versteckt sich eine hochinteressante Geschichte, die uns zunächst nach England,
in das Mutterland des Fußballs führt.
Das „Shrovetide-Fußballspiel"
findet jedes Jahr am Faschingsdienstag und Aschermittwoch in Ashbourne, Derbyshire
(Großbritannien) statt und wird seit dem 12. Jahrhundert ausgetragen. Das
Spielfeld ist mit einer Länge von 5 Kilometern wohl der längste Fußballplatz
der Welt. Zwei Steinpyramiden (früher Mühlsteine) dienen als Tore. Der Ball ist
etwas größer als ein Fußball und mit Kork gefüllt.
So versuchen die beiden
benachbarten Gemeinden des Dorfes Ashbourne, das gegnerische Tor mit dem Ball
zu berühren, gespielt wird an beiden Tagen jeweils 8 Stunden von 14-22 Uhr.
Dieses Sportereignis gilt als der Ursprung aller Lokalderbys.
Weil das Spiel bis heute im
„derby village" stattfindet, nennt man Nachbarschaftsduelle sportartüber-greifend
Derby.
Im Fußball kennen wir etwa das
Münchner Stadtderby zwischen FC Bayern und TSV 1860 sowie natürlich dem
Revierderby Schalke vs. Dortmund, wohl eines der spektakulärsten und aufregendsten
Fußballspiele in Europa.
Derbys im Handball
Auch im Handball gibt es in
Deutschland in der Toyota Handball-Bundesliga zahlreiche Derbys. Vor allem im
Norden findet unter den traditionsreichen Erzrivalen THW Kiel und SG
Flensburg-Handewitt jedes Jahr ein harter Konkurrenzkampf um die Vorherrschaft
in der Region statt.
Und das war vielleicht das
einzig Traurige an den 6 Jahren Erstliga-Zugehörigkeit des WHV: Keine Lokalderbys!
Diese „Leidenszeit" hatte im
letzten Jahr ein Ende und man konnte jeweils zweimal gegen Varel und Aurich
antreten.
In diesem Jahr geht es nun in
den Partien gegen die HSG Varel und den Aufsteiger VfL Edewecht um den
inoffiziellen Titel des „Ostfriesland-Meisters".
Dass es bei Derbys nicht nur um
Punkte, sondern auch um das Prestige und um die Ehre geht, ist Ihnen wohl
bekannt. Das liegt wohl daran, dass wir als Menschen sehr gerne gewinnen und
nur sehr ungern verlieren. Und noch viel schlimmer ist es, die Niederlage gegen
einen „Nachbarn" viele Wochen um die Nase geschmiert zu bekommen...
Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 11. September 2009 um 15:06 Uhr
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