12.09. aus dem aktuellen Spielheft (S.63): Wilhelms Einwurf

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Lächelnd
"Wilhelms Einwurf", so lautet der neue anonyme Kommentar in den Spielheften des WHV. Im aktuellen "Einwurf" geht es - natürlich angesichts des Heimspiels gegen die HSG Varel - um Lokalderbys.

Haben Sie sich schon mal die Frage gestellt, warum man ein Derby als Derby bezeichnet...

Und wie ist die Geschichte solcher Spiele mit dieser Brisanz? Was fasziniert Sportfans überhaupt so daran, wo liegt der Reiz?


Sagt Ihnen der Begriff „Shrovetide-Fußballspiel" etwas?

Ursprung: „Shrovetide-Fußballspiel"
Wenn ja, dann sind Sie wahrlich ein Kenner der Geschichte des Mannschaftssports, speziell was Derbys angeht!
Wenn nicht, dann sollten Sie jetzt genau aufpassen und die nächsten Zeilen aufmerksam lesen!
Denn hinter dem Begriff „Derby" versteckt sich eine hochinteressante Geschichte, die uns zunächst nach England, in das Mutterland des Fußballs führt.

Das „Shrovetide-Fußballspiel" findet jedes Jahr am Faschingsdienstag und Aschermittwoch in Ashbourne, Derbyshire (Großbritannien) statt und wird seit dem 12. Jahrhundert ausgetragen. Das Spielfeld ist mit einer Länge von 5 Kilometern wohl der längste Fußballplatz der Welt. Zwei Steinpyramiden (früher Mühlsteine) dienen als Tore. Der Ball ist etwas größer als ein Fußball und mit Kork gefüllt.

So versuchen die beiden benachbarten Gemeinden des Dorfes Ashbourne, das gegnerische Tor mit dem Ball zu berühren, gespielt wird an beiden Tagen jeweils 8 Stunden von 14-22 Uhr. Dieses Sportereignis gilt als der Ursprung aller Lokalderbys.
Weil das Spiel bis heute im „derby village" stattfindet, nennt man Nachbarschaftsduelle sportartüber-greifend Derby.

Im Fußball kennen wir etwa das Münchner Stadtderby zwischen FC Bayern und TSV 1860 sowie natürlich dem Revierderby Schalke vs. Dortmund, wohl eines der spektakulärsten und aufregendsten Fußballspiele in Europa.

Derbys im Handball
Auch im Handball gibt es in Deutschland in der Toyota Handball-Bundesliga zahlreiche Derbys. Vor allem im Norden findet unter den traditionsreichen Erzrivalen THW Kiel und SG Flensburg-Handewitt jedes Jahr ein harter Konkurrenzkampf um die Vorherrschaft in der Region statt.

Und das war vielleicht das einzig Traurige an den 6 Jahren Erstliga-Zugehörigkeit des WHV: Keine Lokalderbys!
Diese „Leidenszeit" hatte im letzten Jahr ein Ende und man konnte jeweils zweimal gegen Varel und Aurich antreten.
In diesem Jahr geht es nun in den Partien gegen die HSG Varel und den Aufsteiger VfL Edewecht um den inoffiziellen Titel des „Ostfriesland-Meisters".

Dass es bei Derbys nicht nur um Punkte, sondern auch um das Prestige und um die Ehre geht, ist Ihnen wohl bekannt. Das liegt wohl daran, dass wir als Menschen sehr gerne gewinnen und nur sehr ungern verlieren. Und noch viel schlimmer ist es, die Niederlage gegen einen „Nachbarn" viele Wochen um die Nase geschmiert zu bekommen...


Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 11. September 2009 um 15:06 Uhr  

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