12.09. Starker R

PDFDruckenE-Mail

Eine kämpferisch und spielerisch überzeugende Leistung der jungen Mannschaft des Wilhelmshavener HV genügt am Ende nicht. Trotz der Ausfälle von Köhrmann, Arvidsson, Maas und Eilts gestaltet der WHV das Derby offen und liegt die meiste Zeit des Spiels in Führung. "Comebacker" Tobias Schröder ist mit 12 Treffern bester Torschütze.

In der letzten Viertelsunde fehlt die Kraft
Wie im Vorjahr siegt die HSG Varel auch diesmal mit einem Tor Vorsprung in der Noprdfrost-Arena. War dies in der Vorsaison noch eine Überraschung, so konnte man diesmal von einem erwarteten Ergebnis sprechen, auch wenn der Spielverlauf bis kurz vor Schluss gegen einen Sieg der Vareler sprach. Denn angetrieben vom Kapitän (Köhrmann und Eilts sind verletzt), dem nach langer Verletzungspause in die Mannschaft zurückgekehrten Tobias Schröder ist der WHV das spielbestimmende Team. Erst in der letzten Viertelstunde des Spiels scheint den von Klaus-Dieter Petersen trainierten Handballern die Luft auszugehen, denn sie geben einen 25:21-Vorsprung (45. Min.) noch aus der Hand. Diese Tatsache ist allerdings der langen Verletztenliste und der somit kaum vorhandenen Wechselmöglichkeiten beim WHV zu schulden.

Furioser Start und Halbzeitführung
Der WHV legte los wie die Feuerwehr und ging schon in der 3. Minute durch Tore von Tobias Schröder, Moritz Barkow und Evgeny Vorontsov mit 3:0 in Führung. Die HSG Varel schien zunächst geschockt und kam nur langsam ins Spiel. So verteidigte das Team des WHV die Führung bis zur 19. Minute. Über einen 6:2- (7. Minute) und einen 8:5-Spielstand (11. Minute) kam die HSG Tor um Tor heran, sodass es in der 19. Minute nur noch eine Zwei Tore-Führung des WHV war (10:8).

Dies hatte die Mannschaft von Trainer Peter Kalafut seinen beiden ältesten und somit erfahrensten Feldspielern Willgerodt (Rückraum links) und Koring (Kreis) zu verdanken. Eine Überzahl nutzten die Vareler dann, um mit 3 Toren in Folge in der 22. Minute zum ersten Mal die Führung zu übernehmen (10:11). Doch durch konzentirerte Abwehrarbeit gelang es dem WHV dann durch zwei Tore von Fabian Hesslein und jeweils einem Treffer von Schröder, Geppert und Warnecke doch mit einer 15:13-Führung in die Halbzeitpause zu gehen.

4-Tore-Vorsprung Mitte der 2. Halbzeit reicht nicht
Auch in der 2. Halbzeit konnte der WHV seinen Vorsprung zunächst behaupten, vor allem durch Treffer von Tobias Schröder aus dem Rückraum und nach guter Abwehrarbeit durch sicher verwandelte Würfe im Tempogegenstoß von Rechtsaußen Evgeny Vorontsov. Nach zwischenzeitlichem Anschlusstreffer der HSG Varel (20:19, 40. Minute) konnte der WHV aber wieder durch Treffer von Schröder (2), Vorontsov (2) und Warnecke auf 23:19 (42.) und 25:21 (45.). In dieser Phase, in der der insgesamt überzeugende Oliver Krechel im Tor des WHV immer wieder starke Paraden zeigte, verpasste es die Mannschaft allerdings noch weiter davonzuziehen und das Derby somit zu entscheiden.

Ab da übernahm jedoch Varel das Spielgeschehen und kam vor allem dank Spielmacher Niels Bötel und Routinier Jan-Philip Willgerodt über 25:23 (47.), 26:25 (50.) immer näher heran und schaffte dann auch den 27:27-Ausgleich (54.). Das Spiel kippte als Evgeny Vorontsov beim Stand von 27:27 den einzigen seiner drei Siebenmeter-Versuche verwarf und auf der Gegenseite Niels Bötel den Siebenmeter seinerseits zur ersten HSG-Führung in der 2. Halbzeit verwandelte. Tobias Schröder machte das Dutzend auf seinem Torkonto an diesem Abend zwar noch voll und glich zunächst zum 28:28 (57.) aus. Jan Philip Willgerodt besorgte jedoch 44 Sekunden später mit seinem 8. Tor den 29:28-Sieg für die Gäste.

Weiterhin ohne Punkte trotz zweier starker Leistungen
Nach der Auswärtsniederlage in Nordhorn musste die junge Mannschaft des WHV damit den nächsten Nackenschlag hinnehmen und steht trotz zwei woller Leistungen noch ohne Punktgewinn da.

Die Fans des WHV wussten die Leistung ihres Teams jedoch richtig einzuschätzen und trösteten die meist sehr jungen Akteure von WHV-Cheftrainer "Pitti" Petersen mit ihren Standing Ovations nach Spielschluss zumindest ein wenig über die Derbyniederlage hinweg. Wie wichtig der Smieg für die HSG war, sah man nach der kuriosen Schlussphase mit zwei Hinausstellungen auf Vareler Seite und dem direkten Freiwurfversuch von Rene Drechsler am Ende der Spielzeit, der den Ball aber nicht an der Vareler Abwehrmauer, die nur noch aus 4 Mann bestand. Denn ab da ging die Party auf HSG-Seiten los. Die Spieler bildeten einen Kreis und tanzten vor lauter Freude über den prestigeträchtigen Erfolg im Derby gegen den WHV.


Spielzusammenfassung
Wilhelmshavener HV - HSG Varel 28:29 (15:13)

Wilhelmshavener HV: Oliver Krechel (1. - 60. Minute, 18 Paraden), Tobias Schröder (12 Tore), Evgeny Vorontsov (6/2), Ivo Warnecke (4), Fabian Hesslein (2), Rene Drechsler (2), Jochen Geppert (1), Moritz Barkow (1), Martin Waschul, Andreas Staszewski.

HSG Varel: Christoph Dannigkeit, Andre Seefeldt, Jan-Philip Willgerodt (8/1), Niels Bötel (7/4), Ralf Koring (4), Lukas Kalafut (3), Tim Coors (3), Helge Janssen (2), Vaidas Dilkas (2).


Zuschauer: 1500
Schiedsrichter: Ickler/Schnare
Zeitstrafen:  8 (zweimal Martin Waschul, Jochen Geppert, Tobias Schröder) - 16 (zweimal Jan-Philip Willgerodt, Helge Janssen, Lukas Kalafut, Vaidas Dilkas, Tim Coors, Ralf Koring, Niels Bötel)
Siebenmeter: 3/2 (Evgeny Vorontsov scheitert in der 56. Minute an Dannigkeit) - 6/5 (Jan-Philip Willgerodt trifft in der 18. Minute die Lattte)

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 14. September 2009 um 14:47 Uhr  

This content has been locked. You can no longer post any comment.