04.10. Schwerin ringt Wilhelmshaven nieder

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Schwerin (von Björn Hengemühle) - Feierlaune in der Schweriner Sport- und Kongresshalle. Nach knapp sechsmonatiger Umbauphase konnte der heimische SV Post mit einem verdienten 32:25-Erfolg über den Wilhelmshavener HV auch spielerisch die Neueröffnung der eigenen Spielstätte positiv gestalten.
Über 2500 Zuschauer sahen allerdings eine über weite Strecken zerfahrene Partie, die erst in der zweiten Hälfte an Tempo und Spielwitz aufnahm. Die Wilhelmshavener hielten das Spiel bis kurz nach der Halbzeit offen, brachen dann aber regelrecht ein und verzweifelten reihenweise an Post-Keeper Igor Levshin. Einen dennoch ordentlichen Wiedereinstieg ins Team feierte WHV-Spielmacher Christian Köhrmann (6). Für die Gastgeber trafen Christian Zufelde (7) und Danny Anclais (6) am häufigsten.

Vier Spiele, 0:8 Punkte und zudem personelle Engpässe in fast allen Mannschaftsteilen - der Saisonstart für den Wilhelmshavener HV hätte im Prinzip nicht schlechter verlaufen können. Doch zum heutigen Auswärtsspiel beim SV Post Schwerin konnte WHV-Coach Klaus-Dieter Petersen zumindest wieder auf Kapitän Christian Köhrmann zurückgreifen. Der 29-jährige Linksaußen meldete sich nach gut fünfwöchiger Verletzungspause wieder zurück im Spielbetrieb und stand den Gästen ebenso wie der erst unter der Woche verpflichtete Sven Seidler zur Verfügung.

Und Petersen schenkte beiden Akteuren von Beginn an das Vertrauen, zunächst allerdings nur im Abwehrverbund. Doch da leisteten sie schon recht ansehnliche Arbeit, hatten aber an der ersten Schrecksituation auf Seiten der Schweriner eher passiven Einfluss. Rückraumschütze Aurel Witt verletzte sich beim Torwurf und musste mit Verdacht auf Luxation der rechten Schulter bereits nach einer Spielminute das Parkett verlassen. Seine Kameraden verkrafteten den Ausfall durchwachsen. Zwar konnten die Hausherren durch den in den vergangenen Wochen überragenden Danny Anclais mit 1:0 in Front gehen, doch die Gäste boten energisch Paroli.

Vor allem Evgeny Vorontsov nutzte die zahlreichen in der ersten Hälfte vorhandenen Freiräume. Besonderes Augenmerk galt hierbei dem Kombinationsspiel mit Moritz Barkow, der den flinken Linkshänder regelmäßig sehenswert in Szene setzte. Über die Stationen 5:5 (11.) und 7:7 (17.) hielten beide Teams das Remis aufrecht. Dies war allerdings mehr den technischen Fehlern auf beiden Seiten geschuldet, als einer ausgeglichenen Partie auf hohem Niveau. Nachdem Anclais vom Siebenmeterpunkt an Eilts scheiterte (17.), nutzte Vorontsov mit einem gefühlvollen Heber über den bis dahin glücklosen Post-Schlussmann Igor Levshin die Chance zur ersten Gästeführung.

Während Dirk Beuchler seiner nun zunehmend abbauenden ersten Garnitur einige Minuten Verschnaufpause verabreichte, reihte sich aber auch die zweite Reihe in dieses Schema ein. Überhastete Abschlüsse, Fangfehler und vor allem eine zu geringe Gefahr in den Offensivaktionen prägten das Bild der Hausherren. Dies nutzten die Wilhelmshavener, um sich innerhalb von acht Minuten bis auf 12:8 abzusetzen. Insbesondere der wiedergenesene Köhrmann nutzte seinen Freiraum in der Rückraummitte konsequent aus. Doch ausgerechnet nach der Auszeit Petersens (25.) drehten die Schweriner auf. Mit vier Treffern in Serie kamen die Mecklenburger noch in der ersten Hälfte zum erneuten Ausgleich.

Den besseren Start in die zweite Hälfte erwischten dann jedoch wieder die Gäste. Immer wieder war es Köhrmann, der den Raum gewinnbringend nutzen konnte (14:16 - 36.). Doch Dank einer enormen Leistungssteigerung von Levshin, der in nur zehn Minuten so viele Würfe entschärfen konnte, wie im gesamten ersten Durchgang, ließen die Schweriner den Post-Express heißlaufen. Den 14:16-Rückstand münzten die Beuchler-Mannen innerhalb von sieben Minuten in eine 21:16-Führung um, wenig später war der Sack bereits zu (25:19 / 49.). Levhsin nahm der WHV-Offensive jeglichen Optimismus, reihenweise leitete der Russe im Post-Kasten die Tempogegenstöße ein. Nutznießer waren insbesondere die beiden Außen, Christian Zufelde und Danny Anclais.

Auch Mittelmann Johannes Prothmann verdiente sich im Sog seiner Teamkollegen Bestnoten. Der Youngster führte nicht nur klug Regie, er nutzte auch seine Chancen konsequent aus. (46.). Den Gästen fiel dagegen nichts mehr ein. Der Wechsel von Fabian Hesslein auf Rechtsaußen und dafür Vorontsov im rechten Rückraum blieb ebenso ergebnislos wie der Torwartwechsel (Krechel für Eilts). Einzig Köhrmann konnte mit seinen einfachen Toren noch annähernd Paroli bieten. Am Ende feierten die knapp 2.500 zusammen mit der Mannschaft und bei Freibier einen verdienten 32:25-Erfolg.

Trainerstimmen:

Dirk Beuchler: Unsere Mannschaft hat sich nach dem sehr guten Saisonstart auch vor den eigenen Zuschauer gut präsentiert, das war uns wichtig. Mit der 6:0-Deckung sind wir zunächst nicht wirklich gut zurecht gekommen, so war die Aufholjagd am Ende der ersten Hälfte auch ein wenig glücklich. In der zweiten Halbzeit habe ich dann offensiver decken lassen, womit die Wilhelmshavener ihre Schwierigkeiten hatten. Am Ende war es eine geschlossene Mannschaftsleistung, mit der ich sehr zufrieden bin.

Klaus-Dieter Petersen: Wir sind gut ins Spiel gekommen, waren bis zur 24. Minute die bessere Mannschaft. Danach haben wir den Gegner durch zahlreiche Fehler selber aufgebaut und viel zu einfache Tore kassiert. In der zweiten Halbzeit haben wir zwei frühe Zeitstrafen bekommen und lagen schnell mit 16:21 hinten. Als Tabellenschlusslicht steht man in solche einer Situation natürlich nicht hochmotiviert auf dem Platz. Dennoch habe ich positive Ansätze gesehen. Wir mussten hier nicht gewinnen, ein Punkt wäre dennoch toll gewesen. Nächste Woche sind wir zu Hause gefordert und müssen unbedingt punkten.


Torschützen Schwerin: Zufelde (7), Anclais (6), Ladig (4), Prothmann (4), Axelsson (3), Heinze (2), Riediger (2), Koop (2), Rauch (1), Zisler (1)
Torschützen Wilhelmshaven:- Köhrmann (6), Barkow (6), Drechsler (4), Vorontsov (4), Schröder (2), Hesslein (2), Waschul (1)

Siebenmeter: 1/3 - 2/4
Zeitstrafen: 6/5

 

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