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Nächster Matchball für die Zweitliga-Handballer des Wilhelmshavener HV: Gewinnen die Jadestädter heute Abend (Anwurf 19.30 Uhr) ihr Auswärtsspiel bei TuSEM Essen, steht der Klassenerhalt – unabhängig von den Ergebnissen der Konkurrenz – vorzeitig fest. Leutershausen könnte zwar punktemäßig noch zu den Jadestädtern aufschließen, im Vergleich hat der WHV aber eine um 50 Treffer bessere Tordifferenz.

Nach der knappen (und nicht unumstrittenen) Heimniederlage gegen die TSG Friesenheim wollen WHV-Trainer Christian Köhrmann und seine Jungs heute Abend ihre zweite Chancen unbedingt nutzen – auch um ein mögliches "Abstiegs-Endspiel" am kommenden Sonnabend in eigener Halle gegen Absteiger TV Neuhausen zu vermeiden. "Die Spieler kennen unsere Ausgangssituation nur zu gut", sagt Köhrmann. "Aber damit stehen wir nicht alleine da – Essen hat die gleiche psychische Belastung wie wir."

Stimmt: Mit einem Punkt weniger rangiert der Turn- und Sportverein Essen Margarethenhöhe (kurz TuSEM) einen Platz hinter dem WHV. Auf der Zielgeraden haben die Verantwortlichen des Traditionsclubs noch einmal reagiert und Trainer Stephan Krebietke nach den jüngsten Niederlagen vor die Tür gesetzt. Jugendkoordinator Daniel Haase soll nun im Endspurt den drohenden Absturz in die 3. Liga verhindern.

In drei bisherigen Vergleichen in der eingleisigen 2. Bundesliga hat der WHV gegen den TuSEM noch nicht verloren und die Platte dreimal als Sieger verlassen. Vor dem vierten Aufeinandertreffen vor wohl ausverkaufter Sporthalle Am Hallo kann Köhrmann personell aus dem Vollen schöpfen. Auch der zuletzt angeschlagene Linksaußen Sebastian Maas steht für einen Einsatz bereit.

Die Zweitliga-Handballer des Wilhelmshavener HV haben die vorzeitige Entscheidung im Abstiegskampf verpasst: Zwar verlor die SG Leutershausen das Kellerduell bei der HSG Konstanz knapp mit 24:25 Toren, da die Jadestädter im Heimspiel gegen die TSG Ludwigshafen-Friesenheim aber ebenfalls mit 24:26 Toren unterlagen, muss die Mannschaft von WHV-Trainer Christian Köhrmann weiter um den Klassenerhalt zittern. Zwei Spieltage vor Saisonende beträgt der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz weiterhin zwei Punkte.

"Ich möchte mich bei den Zuschauern für die Wahnsinns-Stimmung bedanken", sagte Köhrmann nach der Partie. "Meine Jungs haben ein Riesenspiel gemacht. In solchen Partien entscheiden Nuancen – dabei haben leider auch die beiden Schiedsrichter eine nicht unwichtige Rolle gespielt. Aus diesem Grund tun mir meine Spieler heute auch besonders leid." In der Tat hatten die Berliner Unparteiischen Karamuk/Seliger keinen guten Tag erwischt, erkannten u.a. zwei klare WHV-Tore von Lukas Mertens und Matej Kozul nicht an und sorgten mit einer ganzen Reihe zweifelhafter Entscheidungen für ein Pfeifkonzert in der Nordfrost-Arena und Kopfschütteln auf der WHV-Bank.

Die Gäste, nach wie vor mit Chancen auf den Aufstieg in die 1. Bundesliga, erwischten vor rund 1600 Zuschauer den besseren Start, der WHV hielt aber in Person von Lukas Kalafut (vier Tore in der Anfangsphase) dagegen und ließ sich nicht abschütteln. In der Folge behaupteten die defensivstarken Friesenheimer eine knappe Führung und lagen nach einem "Sonntags-Schuss" von Weber zur Pause mit 13:12 Toren vorne.

Nach dem Wechsel die beste Phase der Jadestädter: Angeführt von Tobias Schwolow ging der WHV bis zur 38. Minute mit 17:15 in Führung, doch weiter absetzen konnten sich die Jadestädter nicht – auch weil die Pfiffe der Schiedsrichter nun immer kurioser wurden. Die Gäste nutzten die Gunst der Stunde zum Ausgleich und hatten am Ende auch das Quäntchen Glück auf ihrer Seite. Während Evgeny Vorontsov kurz vor Schluss das mögliche 25:24 per Heber knapp verpasste, wuchtete der Friesenheimer Schmidt im Gegenzug nicht nur den Ball, sondern auch zwei WHV-Spieler fast noch mit ins Tor. Nicht wenige in der Arena hatten hier ein klares Offensivfoul des Linkshänders gesehen.

Köhrmann reagierte mit einer Auszeit, um zumindest noch einen Punkt zu retten. Der letzte WHV-Angriff verpuffte aber gegen die aggressive Gäste-Deckung. Nach passivem Spiel schmiss Schwolow das Leder weg und sah für diese Frustaktion regelkonform "rot". Den fälligen Strafwurf (auch so will es die Regel) versenkte Grimm zum 24:26-Endstand. "Meine Jungs haben viel Wut im Bauch. Diese werden wir am Freitag mit nach Essen nehmen und gegen den TuSEM rauslassen."

W'havener HV – TSG Friesenheim 24:26 (12:13)
WHV:Weiner (15 Paraden), Lüpke; Kalafut 7, Smits 6/2, Mertens 4, Schwolow 2, Vorontsov 2, S. Köhler 2, Postel 1, Kozul, Maas, Groß, J. Köhler, Schweigart.
TSG: Klier (1.-21. und 43.-60./5), Lenz (22.-42./3); Weber 5, Schmidt 5, Grimm 4, Dietrich 3, Hess 2, Remmlinger 2, Durak 2, Dippe 1, Feld 1 Falk 1, Haider.
Schiedsrichter: Karamuk/Seliger (Berlin)
Zuschauer: 1570
Strafwürfe: 3/2 (Smits scheitert an Klier) – 3/3
Strafminuten: 2  – 8

Hochspannung vor dem 36. Spieltag in der 2. Handball-Bundesliga – und mittendrin der Wilhelmshavener HV: Gewinnen die Jadestädter morgen Abend ihr schweres Heimspiel gegen die TSG Friesenheim und die SG Leutershausen verliert zeitgleich ihr Gastspiel bei der HSG Konstanz,  wäre der Klassenerhalt perfekt. "Die theoretische Möglichkeit ist da, aber die Saison hat gezeigt, dass man sich auf die Ergebnisse anderer Mannschaften einfach nicht verlassen kann", sagt WHV-Trainer Christian Köhrmann. "Deshalb schauen wir weiterhin nur auf uns. Friesenheim wird eine sehr schwere Aufgabe für meine Mannschaft, die wir mit der Unterstützung unserer tollen Fans aber unbedingt lösen wollen."

Nicht nur im Tabellenkeller geht es spannend zu, auch der Kampf um die Plätze zwei und drei hinter Meister TuS N'Lübbecke ist noch lange nicht entschieden. Auch die Friesenheimer haben durchaus noch die Chance auf den Aufstieg in die 1. Bundesliga, beträgt der Rückstand auf Rang drei aktuell nur einen Punkt. "Der Gegner ist auf fast alles Positionen doppelt gut besetzt", weiß Köhrmann um die personellen Vorzüge des TSG-Kaders. "Entscheidend wird sein, ob wir die schnelle Mitte bzw. zweite Welle des Gegners weitestgehend entschärfen können."

Personell kann Köhrmann auf die Mannschaft bauen, die zuletzt in Rostock gewann. Fehlen werden  nur die langzeitverletzten Moritz Barkow und Rene Drechsler sowie Torhüter Markus Bokesch. Lukas Mertens und Lukas Kalafut haben in Rostock leichtere Blessuren erlitten, einem Einsatz des Duos steht aber laut Köhrmann nichts im Weg. "Die Jungs sind heiß und werden alles tun, um die Platte als Sieger zu verlassen", sagt der WHV-Coach. "Aber wir brauchen die Unterstützung von den Rängen, um das Unmögliche möglich zu machen."