Ein Handballspiel dauert 60 Minuten, wobei man aus WHV Sicht am gestrigen Abend
sicherlich den Wunsch gehabt hätte, dass es schon nach 55 Minuten eine
Schlusssirene gibt. Was unsere Jungs beim Gastspiel beim Tabellendritten ASV
Hamm Westfalen aufzeigten, war beeindruckend und hätte mit einem oder zwei
Punkten belohnt werden müssen, zu Mal man wieder nur mit einem Minikader antrat.
Neben den lang Zeit verletzten Rene Drechsler, Niklas Kudraß und Jonas
Schweigart musste man auch den Ausfall von Liam Vogt verkraften, ehe im Spiel in
der zweiten Habzeit auch noch Abwehrchef Jannes Hertlein ausschied. Mit
Kampfkraft, Willen und vollem Einsatz zeigten unsere Jungs, sehr zur Freude der
drei mitgereisten Fans, allen Widrigkeiten zum Trotz ein tolles Spiel und mussten
sich am Ende leider doch dem Favoriten geschlagen geben.
Auch drei WHV Fans machten sich am Sonntagmittag auf die zweieinhalbstündige
Reise in die Westpress Arena mit der kleinen Hoffnung auf die Überraschung beim
Favoriten. Im Fanblock angekommen wurde man nett vom Gastgeber begrüßt und
fieberte dem Anpfiff entgegen. Vor 1804 Zuschauern erwischten unsere Jungs einen
Traumstart. Die Abwehr stand und Jakub Lefan glänzte sofort mit Paraden. Die
Ballgewinne nutzte Duncan Postel eiskalt und brachte den WHV sehr zur Freude von
uns mit 0:3 in Führung (2:57). Erst nach fünf Minuten konnten sich die 1801
Zuschauer hinsetzen, als der überragende Fabian Huesmann (am Ende 17 Tore) die
Gastgeber mit 1:3 (5:33) auf die Anzeigentafel brachte. Unsere Jungs beeindruckte
das wenig, weiterhin zwang man dem ASV zu Fehlern und vorne wurde Tor um Tor
erzielt. So brachte Jan Bennet Behrends unser Team mit 1:7 (9:16) in Front und wir
waren schon jetzt Stolz auf unsere Jungs. Auch in der Folge diktierte der WHV die
Partie und Okke Dröge war es vergönnt die höchste Führung (sieben Tore) beim
3:10 (11:50) zu erzielen. Dabei konnte sich immer wieder Jakub Lefan mit teils
spektakulären Paraden auszeichnen. Hamm profitierte dann von einigen Fehlern des
WHV, um insbesondere durch Fabian Huesmann auf 6:11 (15:30) zu verkürzen. Der
WHV konterte jedoch postwendend und Matej Kozul brachte unter Jubel von uns
unser Team wieder mit sechs Toren in Front (7:13 20:55). Der ASV kam dann
jedoch, auch dank Paraden von Ivan Budalic, zurück ins Spiel und verkürzte über
10:14 wiederum durch Fabian Huesmann auf 12:15 (25:49) . Aber unsere Jungs
blieben ruhig und kamen dank einer sehr gut stehenden Abwehr zu Ballgewinnen, so
dass Tom Frangen wieder für die fünf Tore Führung beim 12:17 (27:48) sorgte.
Jedoch hielt die erste Halbzeit noch einen Knaller bereit, denn nach einer Parade
von Jakub Lefan jagte Jakub Toth den Ball aus 14 Metern mit der Schlusssirene der
ersten Halbzeit an Ivan Budalic vorbei ins ASV Tor zum 12:18 Halbzeitstand. Die
unmittelbaren Folgen danach großer Jubel bei uns und Pfiffe der Heimfans für den
ASV.
Diese erste Halbzeit war sicherlich die beste Halbzeit der Saison, da die WHV
Abwehr super stand und hinten Jakub Lefan eine überragende Leistung zeigte. Die
Hoffnung auf eine Überraschung war groß und es blieb die Frage, schafft der
Minikader des WHV es kräftemäßig in der zweiten Hälfte gegen die volle Kapelle der
Gastgeber.
Den Beginn der zweiten Halbzeit erwischten unsere Jungs auch gut, da Konstantin
Madert einen Siebenmeter gegen Fabian Huesmann entschärfte (31:58). Matej
Kotzul hielt mit seinem Tor zum 14:20 (33:25) noch die Führung beim WHV, ehe sich
nun Fehler in das WHV Spiel einschlichen. Mit einem 3:0 Lauf verkürzten die
Gastgeber zum 17:20 (35:03) und brachten auch so die Halle zurück ins Spiel. Ein
Knackpunkt im Spiel folgte dann eine Minute später, als Jannes Hertlein für 2
Minuten auf die Bank musste. Zunächst sorgte Fabian Huesmann per Siebenmeter
für das 18:21 (36:14) und bestrafte dann zwei Ballverluste im Angriffsspiel mit Toren
ins leere WHV Tor zum 19:21 (36:48) und 20:21 (37:25). Die Halle stand und der
WHV nahm eine Auszeit (37:38). Jedoch wurde der ASV Angriffswirbel nicht
unterbrochen und wiederum sorgte Fabian Huesmann nicht nur für den 21:21
Ausgleich (38:03), sondern auch für die erste Führung des ASV zum 22:21 (38:55),
was die Halle zum beben brachte. Jan Bennet Behrends durchbrach dann den
Torreigen der Gastgeber und glich zum 22:22 aus (39:33). Auch in den folgenden
Minuten blieb die Partie über 23:23, 24:24 und 25:25 ausgeglichen, ehe Matej Kozul
unsere Jungs mit 25:26 (45:34) in Führung brachte. Nun folgte der nächste
Nackenschlag, als im Gegenangriff Jannes Hertlein für eine Abwehraktion die direkte
Rote Karte sah (45:54) und der WHV seinen Abwehrchef verlor. Aber auch das
kompensierten unsere Jungs, hielten ihre knappe Führung in der Folge und bauten
den Vorsprung sogar auf zwei Tore aus (28:30 (48:20). Auch in der 52. Minute hielt
der zwei Tore Vorsprung des WHV, angetrieben vom überragenden Matej Kozul (mit
am Ende 11 Toren) beim Stande von 31:33, ehe nun eine Auszeit von Hamm die
Wende bringen sollte. So rückte Marcos Colodeti zwischen die Pfosten und sorgte
gleich mit einer Parade gegen den freistehenden Jan Bennet Behrends für Jubel im
ASV Fanlager. Hamm kämpfte sich zurück und glich zum 33:33 (53:30) durch
Andreas Bornemann aus. Matej Kozul brachte noch einmal den WHV in Front beim
33:34 (54:46), aber postwendend glich per Siebenmeter Fabian Huesmann aus
(34:34 55:11). Einer erneuten Wende stand nun Marcos Colodeti im Weg, an dem
der WHV Angriff immer wieder scheiterte zu Mal auch langsam die Kräfte
nachließen. Diese Ballgewinne nutzten die Gastgeber, so dass der ASV unter
großem Jubel erst mit 35:34 (55:45) in Führung ging und einen 4:0 Lauf schließlich
durch Pawel Krawczyk zum 38:34 Endstand (58:35) krönte. So kam der Favorit mit
einem blauen Auge davon, wobei man vor unserem WHV den Hut ziehen musste,
der sicherlich aufgrund des Kampfgeistes einen oder beide Punkte verdient gehabt
hätte. Die Mannschaft bedankte sich dann bei uns für die Unterstützung und Hamm
feierte per Humbta den ersten Heimsieg des Jahres 2026. Am Ende blieb die
Erkenntnis, dass unser WHV mit Kampfgeist, Wille und einer bärenstarken Abwehr
jeden Gegner der Liga zu einer Niederlage oder den Rand einer Niederlage bringen
kann.
Schon am Samstag den 24.01.2026 geht es weiter, wenn um 18:00 Uhr im ersten
Heimspiel des Jahres 2026 Lippe II seine Visitenkarte in der Nordfrost Arena abgibt.
Bleibt zu hoffen, dass der WHV sich dann für seine Leistung mit Punkten belohnen
kann.
Ihr
Tobias Manick
WHV Fanclub Jade-Seals