WHV behält Nerven bei knappem 28:27-Heimsieg gegen Ahlen

Wenn man den gestrigen Heimauftritt des WHV in eine Kategorie einordnen müsste, kann man sicherlich nicht von einem schönen Spiel sprechen. Vielmehr produzierten sowohl unser WHV als auch Ahlen zu viele Fehler, und beide Teams schenkten sich über 60 Minuten in einem kampfbetonten Spiel – geprägt von einer gerade von den Gästen sehr intensiven Abwehrarbeit – nichts. Am Ende stehen jedoch zwei enorm wichtige Punkte für unseren WHV, errungen in einer Schlussphase, die nichts für schwache Nerven war.
Vor 870 Zuschauern erwischte der WHV einen schlechten Start in die Partie. Gegen die kompakte und bewegliche 6:0-Abwehr der Gäste aus Ahlen fand man nur wenige Lösungen. Zudem scheiterte man zu oft am starken Schlussmann Alexander Martinsen. Ahlen nutzte die Ballgewinne konsequent und fand mit seinem Tempospiel immer wieder Lücken in der WHV-Abwehr. So erspielte sich die ASG eine schnelle Zwei-Tore-Führung (1:3, 3:55). Auch in der Folge hielt der Vorsprung der Gäste über 2:4 (6:38), 3:5 (8:08) und 4:6 (10:06) Bestand und wurde durch Kreisläufer Philipp Dommermuth sogar auf drei Tore ausgebaut (4:7, 11:24).
Der Grund für den anwachsenden Rückstand lag klar auf der Hand: Unsere Jungs agierten weiterhin zu fehlerhaft im Angriff, und auch im Tor blieben Paraden von Jakub Lefan zunächst aus. Erst eine WHV-Auszeit (13:07) brachte etwas Besserung. Im Angriff fand man nun vermehrt Duncan Postel am Kreis, der unser Team wieder auf ein Tor heranbrachte (7:8, 14:49). Zwar brachte Shawn Pauly Ahlen nach einem verworfenen Siebenmeter von Matej Kozul erneut mit 7:9 in Führung (17:46), doch der WHV war nun im Spiel. Matej Kozul nutzte eine Überzahlsituation und traf unter dem Jubel der Nordfrost Arena ins leere Tor der ASG zum 9:9-Ausgleich (18:52). Okke Dröge glich wenig später erneut zum 10:10 aus (20:22), doch die Führung wollte noch nicht fallen.
Im Gegenteil: Abspielfehler und Fehlwürfe bestrafte Ahlen zunächst durch Fiete Austermann mit dem 10:12 (23:21) und zog wenig später sogar auf drei Tore davon (11:14, 26:37). Abermals nutzte der WHV eine Überzahlsituation, und Matej Kozul traf zum zweiten Mal ins leere ASG-Tor zum 13:14 (29:23). Die letzte Aktion der ersten Halbzeit gehörte jedoch Ahlen, als Rechtsaußen Nico Horn einlaufend vom Kreis eine Sekunde vor der Halbzeitsirene zum 13:15 traf. Zu viele Fehler und eine nicht kompakte WHV-Abwehr prägten die erste Halbzeit, doch die Hoffnung auf eine bessere zweite Hälfte blieb – und diese sollte dramatisch werden.
Den Beginn der zweiten Halbzeit erwischte der WHV perfekt. Die Abwehr stand nun deutlich kompakter und zwang Ahlen zu Ballverlusten. So war es dem „Geburtstagskind“ Josip Repusic vergönnt, den 15:15-Ausgleich zu erzielen (31:21), ehe Tom Frangen den 3:0-Lauf des WHV mit der ersten Führung des Spiels krönte (16:15, 32:26). Zwar glich die ASG postwendend wieder aus (16:16, 32:59), doch der WHV war nun klar am Drücker. Matej Kozul erzielte die erste Zwei-Tore-Führung (18:16, 35:41), die Ahlen nochmals verkürzen konnte (18:17, 36:26).
Auch dank wichtiger Paraden von Jakub Lefan kamen unsere Jungs nun zu weiteren Ballgewinnen und zogen in der besten Phase des Spiels davon. Erneut krönte Tom Frangen einen 3:0-Lauf per Tempogegenstoß zum 21:17 (39:10) und brachte die Nordfrost Arena zum Toben. Ahlen reagierte mit einer Auszeit (39:21) und stoppte damit den WHV-Lauf. Die Führung brachte jedoch nicht die erhoffte Sicherheit ins WHV-Spiel. Stattdessen schlichen sich im Angriff zu viele Fehlwürfe ein, die Ahlen zurück ins Spiel brachten. David Wiencek verkürzte zunächst auf 21:19 (43:45) und wenig später, nach einer Parade von Alexander Martinsen, sogar auf 22:21 (46:33).
Zwar sorgte Matej Kozul erneut für eine Zwei-Tore-Führung (23:21, 48:07), doch Ahlen kämpfte sich zurück und ging dank weiterer Paraden von Alexander Martinsen durch Fiete Austermann mit 24:25 in Führung (51:47). Damit war eine nervenaufreibende Schlussphase eingeläutet. Nach einer fehlerbehafteten Phase auf beiden Seiten traf Josip Repusic von Rechtsaußen zum 25:25-Ausgleich (55:12). Nach einer weiteren Parade von Jakub Lefan brachte Okke Dröge den WHV wieder in Führung (26:25, 56:38). Ahlen konterte jedoch prompt durch Jan Weiss vom Kreis zum 26:26 (57:13).
Erneut war es Okke Dröge, der trotz Blockberührung mit einem Aufsetzer in die kurze Ecke Alexander Martinsen zum achten Mal überwand und zum 27:26 traf (57:58). Die ASG fand abermals eine Antwort und glich per Siebenmeter durch Nico Horn zum 27:27 aus (58:32). Der WHV reagierte mit einer Auszeit (58:47). Die Halle stand, feuerte das Team an, und Chrissi Köhrmann fand die passenden Worte. Im folgenden Angriff spielte man Duncan Postel am Kreis frei, der nervenstark 58 Sekunden vor dem Ende zum 28:27 traf.
Ahlen nahm noch einmal seine letzte Auszeit (59:21) und spielte den Angriff bis zehn Sekunden vor dem Ende aus. Doch Jan Weiss konnte den Ball am Kreis nicht kontrollieren, der WHV gewann den Ball und spielte die verbleibenden Sekunden clever herunter. Dann war er perfekt: der wichtige zweite Heimsieg im Jahr 2026. Die Mannschaft bedankte sich anschließend mit einer La-Ola-Welle für die großartige Unterstützung. Am Ende durfte man sich über die wichtigen Saisonpunkte 16 und 17 freuen.
In einer Woche steht bereits das nächste Heimspiel an, wenn der WHV am 14.02.2026 um 18:00 Uhr das Topteam aus Vinnhorst in der Nordfrost Arena empfängt. Vielleicht kommen unsere Jungs, wie schon in Hamm, auch am kommenden Samstag für eine Überraschung gegen eines der drei besten Teams der Liga infrage.

Ihr
Tobias Manick
WHV Fanclub Jade-Seals