Am gestrigen Samstagabend stand der WHV vor der schwierigsten Auswärtsaufgabe der Saison, da man zum verlustpunktfreien Tabellenführer und stärksten Angriff der Liga reisen musste – genauer gesagt zum TV Emsdetten. Am Ende nahm das Spiel dann seinen erwartbaren Verlauf, da der WHV nicht nur zu viele Fehler produzierte, sondern auch mit „stumpfen Waffen“ agieren musste. So fiel Abwehrchef Jannes Hertlein aus, sodass der WHV mit lediglich neun Feldspielern plus zwei Torhütern einer vollen Bank mit deutlich größerer Qualität auf Seiten des TVE gegenüberstand.
Vor 2.200 Zuschauern in der ausverkauften, stimmungsvollen und hitzigen Atmosphäre der Emshalle erwischte der WHV dennoch einen guten Start. Konstantin Madert war an alter Wirkungsstätte sofort im Spiel, und im Angriff konnte man Ballgewinne mit lang ausgespielten Angriffen nutzen. So führten unsere Jungs mit 1:2 (4:01) und hielten diesen knappen Vorsprung auch über das 2:3 (4:43) und 3:4 (8:20). Es wurde sogar noch besser, als Jan Bennet Behrends gegen die sehr kompakt stehende 6:0-Abwehr der Gastgeber eine Lücke fand und zum 4:6 (11:20) traf.Beeindruckt zeigte sich der TVE davon allerdings wenig. Die Gastgeber kamen zu leichten Ballgewinnen und bestraften diese konsequent mit Tempogegenstoßtoren.
So brachte der starke Eric Damböck Emsdetten erstmals in Führung (7:6, 14:48), die Yannick Terhaer auf 9:7 ausbaute (18:48). Doch der WHV kämpfte sich zurück und glich dank des gut aufgelegten Mislav Trninic zum 9:9 (20:04) aus. In der weiterhin temporeichen Partie glich Okke Dröge unter Pfiffen gegen seine Person noch einmal zum 10:10 (20:38) aus, ehe der TVE-Express langsam ins Rollen kam.Der WHV produzierte nun zu viele Abspielfehler und Fehlwürfe, die Emsdetten gnadenlos nutzte. Ein 5:0-Lauf brachte die Gastgeber durch Fynn Hasenkamp entscheidend mit 15:10 (23:35) in Führung. In der Folge kontrollierte der TVE die Partie, hielt den Vorsprung über 16:11 (24:09) und 17:12 (25:53) und baute ihn durch Florian Träger sogar auf sechs Tore aus (19:13, 28:17). Dabei überwand er mit Konstantin Madert den bis dahin besten WHV-Akteur, der zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Siebenmeter entschärft hatte und mit neun Paraden stark im Spiel war. Doch auch er allein konnte den TVE-Express nicht aufhalten, sodass Yannick Terhaer neun Sekunden vor dem Pausenpfiff per Siebenmeter für den 20:14-Halbzeitstand sorgte.
Der TVE spielte seine Favoritenrolle damit konsequent aus, während sich der WHV nach Kräften gegen die drohende Niederlage stemmte.Auch den Beginn der zweiten Halbzeit erwischte der WHV ordentlich, als Konstantin Madert direkt einen Wurf von Rechtsaußen Yannick Terhaer parierte. Jan Bennet Behrends nutzte den Ballgewinn zum 20:15 (31:50), ehe der TVE-Express endgültig Fahrt aufnahm. Erneut führten zahlreiche Abspielfehler und Fehlwürfe des WHV zu einem 5:0-Lauf der Gastgeber, abgeschlossen durch einen Tempogegenstoß von Fynn Hasenkamp zur ersten Zehn-Tore-Führung (25:15, 36:20).In den folgenden Minuten diktierte Emsdetten das Geschehen nach Belieben, baute die Führung weiter aus und setzte mit dem schönsten Tor des Abends – einem Kempa-Treffer von André Meuser – zum 28:17 ein Ausrufezeichen. Hinzu kamen Treffer ins leere Tor gegen das 7-gegen-6 des WHV, unter anderem durch Eric Damböck zum 30:18 (40:18). Auch die dritte WHV-Auszeit (40:21) brachte keine Wende, zumal Emsdetten nun bereits einige Stammkräfte schonte.Dennoch hielten die Gastgeber das Tempo hoch, während der WHV-Angriff weiter zu viele Fehler produzierte. Über 33:19 (44:37) und 34:20 (46:03) war es erneut André Meuser vorbehalten, Emsdetten erstmals mit 15 Toren in Führung zu bringen (36:21, 49:02). Zwar versuchte der Minikader des WHV weiterhin alles, doch Emsdetten verwaltete die Partie souverän über 39:24 (52:52) und 40:25 (53:34). Rechtsaußen Florian Träger erzielte beim 41:25 (54:43) schließlich die höchste Führung von 16 Toren.Über die Spielstände 42:26 (55:32), 43:27 (56:45) und 44:28 (58:12) brachte Emsdetten die Partie in die Schlussminuten, ehe Marc Esche zwölf Sekunden vor dem Ende per Siebenmeter den 45:30-Endstand herstellte.
Somit bleibt Emsdetten weiterhin ungeschlagen und verfolgt klar das Ziel Aufstiegsrunde, während der WHV mit der höchsten Saisonniederlage zurück an die Nordsee reisen musste.Am kommenden Samstag, den 07.02.2026, um 18:00 Uhr steht dann das wichtige zweite Heimspiel im Jahr 2026 an, wenn der WHV auf die Ahlener SG trifft. Bleibt zu hoffen, dass dann auch Jannes Hertlein wieder zur Verfügung steht, damit der WHV zwei wichtige Punkte einfahren kann.
Ihr
Tobias Manick
WHV Fanclub Jade-Seals