Dezimierter WHV wächst in Loxten über sich hinaus

Der Abkürzung WHV steht nicht nur für den Wilhelmshavener HV, sondern auch für Wille, Herz und Visionen. Selbiges zeigte unser Team am gestrigen Abend bei den Sportfreunden Loxten eindrucksvoll auf. So musste man neben Jannis Hertlein, Rene Drechsler und Christopher Braun auch noch den kurzfristigen Ausfall von Marek Skwarczynski verkraften, so dass man sich mit neun Feldspielern plus zwei Torhüter dem vollen Kader der Gastgeber (14 Feldspieler plus zwei Torhüter) entgegenstellen musste. Bei den sechs mitgereisten Fans stellte sich zu Recht im Vorfeld die Frage, wie soll der Kader diese Aufgabe bestehen? Was dann die zehn eingesetzten Jungs leisteten, kann man nur mit größtem Respekt beschreiben. Mit unbändigem Kämpferherz über 60 Minuten sorgten sie am Ende bei uns für das größte Happy End in Form eines kaum zu glaubenden aber auch nicht unverdienten Auswärtssieges. 

Vor 750 Zuschauern in der schönen und stimmungsvollen Sparkassen Arena sorgte der stark spielende Devin Hegener für den ersten WHV Treffer zum 0:1 (0:55). Jedoch kamen die Gastgeber sofort zurück, auch dank des schon sofort im Spiel befindlichen Jan Wesemann zwischen den Pfosten. Loxten hielt das Tempo hoch, bestrafte die WHV Fehler und führte nach einem Tempogegenstoßtor von Finn-Jannes Gernus mit 3:1 (2:35). Jedoch blieb unser WHV ruhig und konnte sich ebenfalls auf Levin Stasch im Tor verlassen, der in seinem auffälligen gelben Leibchen sofort mit Paraden im Fokus stand. Die dadurch errungenen Ballgewinne nutzten unsere Jungs und der stark spielende Tom Frangen glich zum 3:3 (8:38) aus. In der Folge blieb die temporeiche Partie über 4:4 (9:32) und 5:5 (10:27) ausgeglichen, ehe sich unsere Jungs erstmals dank einer starken Abwehr mit zwei Toren absetzen konnten (5:7 12:37). Diesen Vorsprung hielt unser Team zunächst über 6:8 (13:26) und 7:9 (14:54), ehe es noch besser kommen sollte. Die weiterhin gut spielende Abwehr zwang Loxten zu Ballverlusten und auch Levin Stasch hielt weiterhin stark. Sehr zur Freude von uns blieb auch der Angriff konsequent und der stark spielende Matej Kozul krönte einen 0:4 Lauf zum 8:13 (18:22) und ließ damit die Halle etwas verstummen. Auch in den folgenden Minuten blieb der WHV am Drücker, bestrafte die Loxtener Fehler und baute sogar bis zur 22. Minute den Vorsprung auf sieben Tore aus (10:17 22:29). Die Gastgeber reagierten mit der zweiten Auszeit und dem Torwartwechsel (Fabian Stroth für Jan Wesemann). Selbiges brachte zunächst keinen Effekt, da der WHV Vorsprung, weiterhin angefeuert von uns, hielt (11:18 24:38). Nun jedoch leistete sich der kleine WHV Kader eine Schwächephase. Vorne produzierte man technische Fehler und scheiterte an Fabian Stroth, so dass Loxten wieder Morgenluft witterte. Die Ballgewinne nutzte Loxten zu schnellen Toren und verkürzte Tor um Tor und brachte zudem die Halle zurück ins Spiel. Auch eine WHV Auszeit (26:25) durchbrach den Lauf der Sportfreunde nicht, so dass es Timo Menger vergönnt war, den 6:0 Lauf mit dem 17:18 (29:07) Halbzeitstand zu krönen. Mit viel Euphorie verließen die Gastgeber die Platte, wohingegen unsere Jungs etwas niedergeschlagen Richtung Kabine gingen. Im Fanblock hingegen war man schon jetzt stolz auf das Team, das trotz des kleinen Kaders weite Strecken der ersten Halbzeit bestimmte. Es blieb nur die Frage, hält die Kraft auch in den zweiten 30 Minuten?

Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit hielt der Loxtener Lauf an, so dass zunächst der starke Jannis Louis zum 18:18 ausglich (30:52), ehe Timo Menger zur 19:18Führung (31:36) traf. Endlich aus WHV Sicht durchbrach im folgenden Angriff Okke Dröge die Torflaute (19:19 31:58) und brachte unsere Jungs zurück ins Spiel. Eine wieder starke WHV Abwehr zwang Loxten zu Fehlern und zudem war auch Levin Stasch wieder zur Stelle mit Paraden. So sorgte zunächst Jan Bennet Behrends per Unterhandwurf für das 19:20 (32:16), ehe Matej Kozul den 0:5 Lauf mit dem 19:23(35:51) vollendete. Loxten antwortete und verkürzte durch Jannis Louis auf 21:23(37:51). Aber unser Team fand sofort die Antwort und Jan Bennet Behrends sorgte per gefühlvollem Heber vom Kreis wieder für die vier Tore Führung (21:25 39:21). Angetrieben von den eigenen Fans fanden die Sportfreunde wiederum die schnelle Antwort und kamen dank eines 3:0 Lauf wieder durch Timo Menger bis auf ein Tor (24:25 41:29) heran. Jedoch blieb der WHV ruhig und der Jüngste im WHV Kader übernahm Verantwortung. So sorgte Devin Hegener erst für das 24:27 (43:21) und sorgte kurze Zeit später für das wichtige 26:29 (45:32), ehe Matej Kozul in Unterzahl den WHV wieder mit vier Toren in Führung warf (27:31 47:51). Diesen Vorsprung verteidigten unsere leidenschaftlich kämpfenden Jungs über 27:31 (47:51) und 28:32 (48:36), ehe mit einer WHV Auszeit (50:22) das Spiel auf die dramatische Schlussphase zusteuerte. Die Gastgeber kamen dank eines 3:0 Laufes wieder bis auf ein Tor heran (31:32 53:43) und verwandelten die Halle in einen Hexenkessel. Selbige tobte nochmals, als der wieder ins Tor gerückte Jan Wesemann einen Siebenmeter gegen Matej Kozul hielt (54:04) und ins Aus lenkte. Jedoch nahm sich Matej sofort wieder den Ball, traf zum 31:33 (54:20) und jubelte seinerseits ausgelassen. Der WHV eroberte dann den Ball und bekam einen Siebenmeter zugesprochen, den Jonas Schweigart nervenstark zum 31:34 (55:21) verwandelte. Das kleine Wunder in Form des Auswärtssieges nahm langsam bei uns Formen an, aber Loxten antwortete und wer sonst als Timo Menger verkürzte auf 33:34 (57:16). Die Nerven waren zum zerreisen gespannt, als Okke Dröge sich aus dem rechten Rückraum hochschraubte und der Ball den Weg an Jan Wesemann vorbei langsam kullernd zum 33:35 (58:48) fand. Die Entscheidung? Nein, Loxten verkürzte durch Jannis Louis sofort zum 34:35 (58:54), und der WHV war wieder im Angriff. Zunächst erhielt dann Tim Weischer auf Gastgeberseite eine 2 Minuten Strafe (59:37), und der WHV bekam einen Siebenmeter zugesprochen. Jonas Schweigart schnappte sich den Ball und alle im Gästeblock flehten, versenke den Ball zum Auswärtssieg. Jedoch scheiterte Jonas an Jan Wesemann (59:42) und Loxten nahm seine letzte Auszeit (59:46). Was für ein Drama in der Sparkassen Arena, wobei unsere Jungs schon einen Punkt sicher hatten. Unter lauter Anfeuerung der eigenen Fans ging Loxten in den letzten Angriff, nahm den Torhüter für den sechsten Feldspieler heraus und aus dem linken Rückraum wurde zwei Sekunden vor dem Ende geworfen. Jedoch stand Levin Stasch in der Ecke und sorgte mit seiner 21.Parade für die Entscheidung. Die Halle verstummte und nur die sechs mitgereisten Fans feierten unter Auswärtssieg, Auswärtssieg Rufen diesen Sieg des Willens und voller Leidenschaft. Die Mannschaft bedankte sich dann bei uns für die Unterstützung und wir können nur den Hut ziehen vor dieser Leistung. Vor dem Spiel hätte keiner mit dem Auswärtssieg gerechnet und am Ende bleiben nur zwei Worte, die diese Leistung einordnen. DANKE und RESPEKT an unser TEAM, wo viele 60 Minuten durchgespielt, nie die Nerven verloren haben und uns mit diesem Auswärtssieg glücklich gemacht haben.

Nach einer spielfreien Woche steht dann der WHV am 30.Oktober um 18:00 Uhr vor einem schwierigen Heimspiel, wenn man auf Eintracht Hildesheim trifft. Mit den eigenen Fans im Rücken möchte der WHV die derzeitige Siegesserie auch gegen Hildesheim weiter ausbauen.

Ihr 

Tobias Manick 

WHV Fanclub Jade-Seals