Das Handball auch manchmal sehr ungerecht sein kann, zeigte der denkwürdige gestrige Heimauftritt des WHV sehr schön auf. In einem Spiel, dass alles bot, in Form von Dramatik, Emotionen, Rote Karten, Diskussionen und ein großes Comeback hatte der WHV den Favoriten und Tabellenzweiten Vinnhorst bis in die Schlussminuten am Rande der Niederlage trotz sehr fragwürdiger Begleitumstände. Die Krönung in Form zweier Punkte oder zumindest eines Punktes blieb dann jedoch aus, vielmehr gewann Vinnhorst sehr glücklich mit 31:32 an einem Abend, der noch lange für Diskussionsstoff sorgen sollte.
Erfreuliches gab es schon vor der Partie aus dem WHV Lager zu vermelden, denn sowohl Liam Vogt als auch Rene Drechsler konnten wieder aktiv ins Geschehen eingreifen. Die Freude blieb auch in den Gesichtern der 882 Zuschauer in der Nordfrost Arena, da der WHV stark in die Partie startete. Der Innenblock mit Jannes Hertlein und Duncan Postel stand gut und im Tor war sofort Jakub Lefan im Spiel. Vorne wurden die Ballgewinne genutzt und Josip Repusic besorgte die erste WHV Führung mit dem Treffer zum 2:1 (2:32). Der überragende Duncan Postel baute die Führung auf 3:1 aus (3:28) und der WHV diktierte weiter die Partie. Vinnhorst fand keine Mittel gegen die WHV Abwehr und so wuchs die Führung folgerichtig weiter an. Okke Dröge brachte nicht nur die vier Tore Führung (7:3 9.39), sondern zwang Vinnhorst zur ersten Auszeit. Aber auch diese Auszeit brachte den WHV Express nicht zum stoppen. Jakub Lefan hielt weiterhin freie Bälle vom Kreis und Außen mit anschließenden Jakub Jakub Rufen aus dem Fanblock, die per Klatschen von ihm beantwortet wurden und der Angriff blieb weiterhin effektiv. So sorgte Josip Repusic für die erste sechs Tore Führung des WHV (9:3 (12:15)), die man auch in der Folge hielt (12:6 17:44). Zwar kam Vinnhorst etwas heran (12:8 19:58), aber nun bebte die Nordfrost Arena komplett, denn mit seiner ersten Aktion erzielte Rene Drechsler beim Comeback das 13:8 für den WHV (20:36). Auch in der Folge blieb der WHV tonangebend und ließ sich auch nicht durch die ein oder andere fragwürdige Schiedsrichterentscheidung aus dem Tritt bringen. So sorgte Matej Kozul wieder für die sechs Tore Führung (16:10 24:44), die auch bis zur Halbzeit Bestand haben sollte. Über 17:11 (25:34) und 18:12 (26:56) sorgte Jan Bennet Behrends schließlich mit dem 19:13 (28:26) für den Halbzeitstand und beendete damit sicherlich die beste erste Halbzeit der Saison von unserem WHV. Ein grandioser Jakub Lefan, eine starke Abwehr und ein groß aufspielender Angriff waren maßgeblich für diese Führung verantwortlich und die Sensation war mehr als greifbar. Was dann in der zweiten Halbzeit passieren sollte, konnte zu diesem Zeitpunkt keiner erahnen.
Den ersten Treffer der zweiten Halbzeit erzielte Vinnhorst durch Mait Patrail zum 19:14 (30:42), ehe es nun vor entscheidend wurde. Im Gegenangriff stieg Jan Bennet Behrends im Rückraum hoch und wurde von Dominik Kalafut, der sehr übermotiviert während des Spieles agierte, klar im Gesicht mit der Hand getroffen, so dass Jan Bennet mit Schmerzen zu Boden ging. Was nun passierte, konnte keiner fassen, statt der unstrittigen und klaren direkten Roten Karte gab es nur eine zwei Minuten Strafe, was noch Folgen haben sollte. Zwar sorgte Duncan Postel in einer hitzigen Atmosphäre für das 20:14 für unseren WHV, aber Vinnhorst verkürzte durch Leonard Zink auf 20:16 (34:00). Angetrieben von der Nordfrost Arena blieb der WHV am Drücker und wiederum Duncan Postel brachte den WHV die fünf Tore Führung (22:17 37:04), die Dominik Kalafut wieder verkürzte (22:19 38:07). Im Gegenangriff gab es dann eine Rote Karte, als Oleksii Tomashevskyi auf Vinnhorster Seite seine dritte Zeitstrafe bekam (39:38). Die Überzahl nutzte Josip Repusic zum 24:20 (39:55), aber Vinnhorst blieb dran und kam wieder heran (24:22 43:04). Aber der WHV fand schnell die Antwort und ging durch Jan Bennet Behrends wieder mit vier Toren in Führung (26:22 44:03). Ein Doppelpack von Dominik Kalafut brachte Vinnhorst wieder in Schlagdistanz (46:59) und nach einem Ballgewinn verkürzte Maurice Lungela bis auf ein Tor (26:25 49:06). Eine dramatische Schlussphase wurde hiermit eingeläutet und die Halle stand komplett hinter dem WHV. Nach einer Abwehraktion gegen Oliver Nielsen und anschließender Rudelbildung entschieden die Schiedsrichter auf eine direkte Rote Karte gegen Jannes Hertlein (51:09) und auch diesen Rückschlag verkrafteten unsere Jungs. So erzielte Duncan Postel das 27:25 (52:42) und nach einer Parade des weiterhin überragend haltenden Jakub Lefan sorgte Okke Dröge trotz hartem Einsteigen von Oliver Nielsen (nur zwei Minuten Strafe) für das 28:25 (53:55). Matej Kozul sorgte mit seinem Treffer weiterhin für die drei Tore Führung (29:26 (54:29), die postwendend durch Maurice Lungela verkürzt wurde (29:27 54:37) mit zwei Minuten Strafe gegen Matej Kozul. Trotz Unterzahl sorgte Duncan Postel für das 30:27 (55:01) und die Sensation war immer noch greifbar. Jedoch scheiterte der WHV nun ein ums andere Mal an Nikolay Petrov im Vinnhorster Tor und der TuS nutzte trotz auch Fehlwürfen gegen Jakub Lefan die Ballgewinne. So brachte Jonas Gertges Vinnhorst auf ein Tor heran (30:29 58:01), ehe es nun wieder Spiel entscheidend wurde. So sorgte Jonas Gertges für den 30:30 Ausgleich (58:25) und Okke Dröge wurde unberechtigt für 2 Minuten auf die Bank gesetzt. Schon längst stand die Nordfrost Arena und wollte den in Unterzahl spielenden WHV zum Punktgewinn schreien. Nach einer WHV Auszeit (58:38) sorgte nach einem Ballgewinn Oliver Nielsen für das 30:31 (59:12). Duncan Postel sorgte mit seinem elften Treffer für das 31:31 (59:20) und es blieb noch ein Angriff von Vinnhorst. Lars Lehnhoff nahm seine letzte Auszeit 13 Sekunden vor dem Ende und es kam dann aus WHV Sicht zum ungerechtesten Ende. Dominik Kalafut sperrte am Kreis und die entstandene Lücke nutzte Maurice Lungela, ging in selbige und sorgte sechs Sekunden vor dem Ende für das 31:32. Den letzten Wurf von Matej Kozul aus 13 Metern hielt Nikolay Petrov und dann gab es die zwei Lager. Großer Jubel bei Vinnhorst über den glücklichen Auswärtssieg und Enttäuschung beim WHV und eine große Portion Wut, dass man gerade in der zweiten Halbzeit doch benachteiligt wurde. Ein Punktgewinn wäre sicherlich gerecht gewesen, nicht nur wegen den 11 Toren von Duncan Postel und 19 Paraden von Jakub Lefan. Der WHV war gestern die bessere Mannschaft und hätte mit Punkten belohnt werden müssen. Am Ende bleibt aber die Erkenntnis, dass man in der Rückrunde in den kommenden Spielen gegen jeden Gegner punkten kann.
Nach einem spielfreien Wochenende steht dann am 1. März ein Highlight auf dem Programm, wenn man in der Sparkassen Arena um 17:00 Uhr im Derby auf den OHV Aurich trifft. Mit vielen Fans im Rücken möchte man sich dann mit einem Derbysieg für das Hinspiel revanchieren.
Ihr
Tobias Manick
WHV Fanclub Jade-Seals